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	<title>-- Vacation Blog --</title>
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	<description>- stories and pictures from my journeys -</description>
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		<title>Marokko &#8211; Epilog</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 22:07:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vadim Schober</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Map &#160; Sechs Tage Marokko. Sechs Tage am Stück die Kamera zur Hand. Sechs Tage Eindrücke. Sechs Tage, die sich zu einem Mikrokosmos geformt haben. Landschaften, die in Schönheit und Komplexität kaum vergleichbar sind. Wilde Taxifahrten, die einem bewusst werden lassen, wie kurz das Leben sein kann. Gerüche in der Medina, die einem das [...]]]></description>
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<p><a href="http://maps.google.de/maps/ms?msid=217330065754542916085.0004ad98a9b5b7ed2b18a&amp;msa=0&amp;ll=31.428663,-2.06543&amp;spn=14.131533,28.608398">Map</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sechs Tage Marokko.<br />
Sechs Tage am Stück die Kamera zur Hand.<br />
Sechs Tage Eindrücke.<br />
Sechs Tage, die sich zu einem Mikrokosmos geformt haben. Landschaften, die in Schönheit und Komplexität kaum vergleichbar sind.<br />
Wilde Taxifahrten, die einem bewusst werden lassen, wie kurz das Leben sein kann.<br />
Gerüche in der Medina, die einem das Erbrechen lehren könnten.<br />
In der nächsten Ecke erwarteten einen dann wieder Formen, Farben und Gerüche, die in Intensität und Dichte mit keinem Markt in Deutschland zu vergleichen sind. Der Duft von orientalischen Gewürzen mischt sich dann auch mal mit Geruch von Fäkalien und Exkrementen. Ein Geruchscocktail, der die Sinne schärft.<span id="more-576"></span></p>
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<p>Die Herzlichkeit der Menschen, die Scheue weicht, wenn man ihnen mit der Kamera gegenübersteht, ist ein Teil der Reise, der mich nachhaltig geprägt hat. Das Leben außerhalb und in der Medina ist geprägt von einem Umbruch. Die Jungen Menschen sind kaum von denen zu unterscheiden, die in Europa leben. Moderne luftige Kleidung ist bei den meisten jungen Menschen die Kleidung ihrer Wahl. Die Abay finden wir nur noch vereinzelt. Wenn, dann bei den Älteren. Sich öffentlich ein Bier zu genehmigen ohne verrucht zu wirken, ist wie bei uns der Besuch im Rotlichtviertel. Selbst der Versuch eine Bar zu finden, ist am hellen Tage eine kleine Herausforderung. Die Unterhaltungen mit den Menschen, denen wir begegnet sind, lässt klar durchblicken, dass die Monarchie nicht ewig währt…</p>
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<p>Ein Gefühl von Gefahr oder unmittelbarer Bedrohung hatten wir nie. Einzig der Vorfall mit den Kids in der Medina zur späten Stunde ‒ welcher aber zum Glück glimpflich ausgegangen ist.<br />
Wir sind noch nach 22 Uhr durch die Medina. Was sicherlich kein Aufruf sein soll, das nachzumachen, denn Gefahren wird es sicherlich geben. Einzig die schon als penetrant zu bezeichnende Belästigung der Haschischverkäufer geht einem schon nach den ersten Stunden auf die Nerven. Selbst ein „Fuck you“ hindert sie nicht, einen erneut vollzuquatschen. Überall lauern Leute, die einem ihr Restaurant oder ihre Waren anbieten bzw. zeigen möchten.<br />
Unsere List erwies sich aber als wirkungsvoll: Wir gaben uns als Isländer aus, unfähig, auch nur irgendwas zu verstehen. Were doyou come from? Germany… bla bla ‒ a never-ending story! Wenn man hingegen antwortet, dass man aus Island kommt, dann verstummt schnell der Versuch eines Gespräches mit den Worten: ah, Island, nice. ENDE! Sehr entspannend.</p>
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<p>Unsere Pension war ein Glückstreffer. Sowohl von der Lage als auch vom gebotenen Komfort ‒ wenn man nur schlafen möchte. Mit Zakarias, dem Chef, hatten wir einen interessanten und anregenden Gesprächspartner und Tippgeber: das gilt besonders für die Reise nach Chefchouen.</p>
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<p>Mit Jens hatte ich den idealen Reisebegleiter. Als Freund und Fotograf stand er immer an meiner Seite und war immer dann „unsichtbar“, wenn ich die Kamera zur Hand hatte. Ein Umstand, den ich von mir nicht immer behaupten kann. Abends saßen wir oft noch lange auf der Terrasse und verarbeiten das Erlebte in freundschaftlichen Gesprächen. Stets neugierig auf den nächsten Tag.</p>
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<p>Jens, an dieser Stelle ein FETTES Danke.</p>
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<p>Die Sahara 2013 kann kommen. <img src='http://blog.vadimschober.com/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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</a></p>
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		<title>Marokko &#8211; Tag 6 &#8211; Abreise</title>
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		<comments>http://blog.vadimschober.com/blog/2011/10/marokko-tag-6-abreise/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 19:39:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vadim Schober</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Passkontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Taxiprobleme]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ist er nun, der Tag, von dem wir wussten, dass er kommen würde. Der Tag der Abreise. Der Tag des Abschieds. Das letzte Frühstück auf dem afrikanischen Kontinent. Im Hinterkopf haben wir noch immer Achmet, den österreichischen Araber, den wir noch kurz auf einen Tee besuchen wollen. Inzwischen kennt man uns schon. Im Umkreis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ist er nun, der Tag, von dem wir wussten, dass er kommen würde. Der Tag der Abreise. Der Tag des Abschieds.</p>
<p>Das letzte Frühstück auf dem afrikanischen Kontinent. Im Hinterkopf haben wir noch immer Achmet, den österreichischen Araber, den wir noch kurz auf einen Tee besuchen wollen. Inzwischen kennt man uns schon. Im Umkreis der Pension Sekaya labert man unser weniger an, man lässt uns einfach ziehen. Einzig im Inneren der Geschäfte hofft man nach wie vor, dass wir kaufsüchtige Touristen sind, mit denen sich vielleicht was verdienen lässt.<span id="more-572"></span></p>
<p>Nach dem Frühstück machen wir uns ein letztes Mal auf in die Medina und die magischen Souks. Wir wollen noch ein paar mehr Portraits, Farben und Formen des marokkanischen Lebens einfangen. Dazu nutzen wir beide lichtstarke Festbrennweiten. Jens hat das 50 mm auf seinem Body und ich das 85 mm. Auf dem Rückweg wollen wir dann tauschen. Der Einsatz dieser beiden Objektive spricht für sich. Uns beiden wird aber bewusst, dass wir mit unseren großen Kameras im Hintertreffen sind. Ebenso von Nachteil ist die Tatsache, dass wir Männer sind. Viele Frauen mit ihren kleinen Kameras portraitieren die Marokkaner ohne Probleme. Selbst mit Nachfragen ist es uns kaum möglich, ein Foto zu bekommen. An den üppigen farbenfrohen Verkaufsständen dürfen wir fotografieren ‒ aber ohne, dass Verkäufer(innen) mit im Bild sind.<br />
Meine miserablen Französisch- und Arabischkenntnisse helfen kaum weiter. Eines weiß ich aber: wenn ich das nächste Mal hier bin, dann will ich das besser können. Ist man erst einmal im Gespräch, dann geht alles seinen Weg. Bei denen, die Englisch können, findet man schnell Zugang; bei allen anderen ist es Glück ‒ oder man hat zur rechten Zeit den richtigen Ausdruck in den Augen.<br />
Achmet besuchen wir aus Zeitgründen nicht mehr. Leider!</p>
<p>Nach einem letzten Rundgang und ein paar Souvenirs sind wir um 12 Uhr an der Pension und machen uns an Packen. Mit Bedacht etwas früher, denn es gilt, intelligent Gewicht zu reduzieren ‒ was nicht leicht fällt. Ganze zwei Kilo müssen wir umverteilen. Eine Stunde später ist auch das erledigt.</p>
<p>Am letzten Tag stelle ich dann fest, dass das offene W-LAN der Pension Sekaya zu finden ist, wenn man das Telefon auf Arabisch/Marokkanisch umstellt…<br />
Und der erste Schock kommt gleich. Ich lese, dass Steve Jobs tot ist. Das trifft mich hart.</p>
<p>Die letzte Stunde verbringen wir unten. Wir bezahlen noch unsere offene Rechnung. Wenig später kommt das Taxi, welches uns wie vereinbart zum Flughafen bringen soll.</p>
<p>Beim Verlassen der Pension treffen wir noch Zakarias. Wir sichern ihm ein paar Bilder seiner Pension zu, die wir gemacht haben.</p>
<p>Der Taxifahrer kennen wir: es ist der Typ mit dem manisch depressiven Gesicht. Auf dem Weg zum Airport telefoniert er laufend mit seinem Boss. Den habe ich wenig später selbst an der Strippe. Er quatscht mich voll, wir sollen nochmals für das Taxi bezahlen ‒ mit dem Argument, es wären 150 € ausgemacht gewesen und nicht 1500 Dirham. Wenn man also das Ganze umrechnet, dann wäre das Geld für die Taxifahrt nicht enthalten.</p>
<p>Ich bin versucht ein „Fuck You“ über die Lippen zu bringen, beherrsche mich dann aber und lege einfach auf. Gebe dem Fahrer das Handy, und betone, dass alles ok sei&#8230;.</p>
<p>Ist es natürlich nicht. Das Spiel geht noch zweimal so. Er stellt die Forderung. Und ich lege auf. Beim letzten Anruf werde ich dann ein wenig lauter, mit dem Erfolg, dass wir bis zum Flughafen unsere Ruhe haben. Dort angekommen, ruft die Nervensäge wieder an&#8230;</p>
<p>Dann habe ich die Faxen dicke und bitte den Fahrer in der Pension Sekaya anzurufen. Ich schildere Zakarias den Vorfall, dieser sagt, dass wir uns keinen Stress machen sollen. Ich gebe das Handy weiter an den Taxifahrer und verabschiede mich zugleich. Damit ist die Sache erledigt, und wir zwei sind wenig später im Flughafen.</p>
<p>Wir landen bei 3 Grad plus in Frankfurt Hahn und sind nach einer kurzen Passkontrolle am Auto. Ein leichter Hunger leitet uns um 2:20 in den McDonald’s ‒ das erste Gefühl von Heimat. Die Reise endet um 3 Uhr nachts …</p>
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		<title>Marokko &#8211; Tag 5 &#8211; Chefchaouen, Rif-Gebirge</title>
		<link>http://blog.vadimschober.com/blog/2011/10/marokko-tag-5-chefchaouen-rif-gebirge/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 21:34:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vadim Schober</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Chefchaouen]]></category>
		<category><![CDATA[La plaza Uta al-Hammam]]></category>
		<category><![CDATA[Spanisch-Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Tamazight]]></category>
		<category><![CDATA[Tanger-Tétouan]]></category>
		<category><![CDATA[‎‫حِمَاية إسبَانِيَا بالمَغْربْ]]></category>
		<category><![CDATA[‫ ḥamāyat Isbāniyā bi-l-Magrib‬]]></category>
		<category><![CDATA[‬]]></category>

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		<description><![CDATA[Jens? Ja! Bist Du wach? Ja! Wir beide sind wohl schon länger wach. Ein Blick auf meine Uhr offenbart das, was ich angenommen habe: wir sind viel zu früh wach. Ich meine, ich würde einen Hahn hören, der fern den Morgen einleitet. Wir stehen trotzdem auf und checken nochmals unsere Ausrüstung. Scheint alles zu passen; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jens? Ja!<br />
Bist Du wach? Ja!</p>
<p>Wir beide sind wohl schon länger wach. Ein Blick auf meine Uhr offenbart das, was ich angenommen habe: wir sind viel zu früh wach. Ich meine, ich würde einen Hahn hören, der fern den Morgen einleitet. Wir stehen trotzdem auf und checken nochmals unsere Ausrüstung. Scheint alles zu passen; hoffen wir, dass es so bleibt.</p>
<p>Auf der Terrasse erleben wir dann den Sonnenaufgang. Und was für einen. Die Sonne schiebt sich majestätisch hinter den Bergen hervor und erhellt die noch schlafende Stadt. Es ist völlig still. Kein Vogelgesang, kein Wind, der einem ums Gesicht pfeift, keine nervenden Insekten. Das ganze Schauspiel dauert keine fünf Minuten. Die dunklen Gassen werden mit Licht durchflutet. Die Gebäude reflektieren das Sonnenlicht und erhellen Fes. Ein neuer Tag beginnt. Und zugleich der letzte volle Tag für uns. Die Ohren über Fes, wie man hier auch die Parabolspiegel nennt, zerstören ein wenig die Kulisse.<span id="more-570"></span></p>
<p>Um Punkt sieben Uhr sind wir unten in der Lobby und werden von Zakarias begrüßt. Er ist sich nicht sicher, ob der Taxidriver direkt zur Pension kommt und führt uns sicherheitshalber zum zentralen Sammelplatz. Auf halbem Wege kommt uns dann auch schon der Fahrer entgegen und stellt sich uns beiden als Achmet vor. Keine 1,80 groß, frisch rasiert, kurze schwarze Haare und mit einem freundlichen Grinsen im Gesicht, empfängt er uns. Er fährt keinen Benz, sondern einen Hyundai Van. Und hier funktionieren zum ersten Mal die Gurte. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass auch Achmet sich anschnallt ‒ das habe ich hier bis eben nicht einmal erlebt. An der Heckscheibe klebt gut sichtbar ein gelber, ovaler Aufkleber. Achmet erzählt mir, dass man den Aufkleber als eine Art Garantiesiegel sehen könnte. Alle Autos, die diesen Aufkleber tragen, sind bei der Tourismusbehörde mit Fahrzeugnummer gemeldet. Ebenso wird so gesichert, dass das Fahrzeug verkehrstüchtig ist.<br />
Das Auto bietet im inneren gehörig viel Platz. Unsere beiden 5-Liter-Kanister Wasser verschwinden auf der Sitzreihe hinter uns. Achmet startet den Motor und gibt Stoff, aber gehörig <img src='http://blog.vadimschober.com/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Sein Fahrstil ist, soviel ist nach ein paar Minuten klar, sehr sicher. Das Spiel aus bremsen, Gas geben und hupen beherrscht er exzellent. Wie auch die Tage zuvor, führe ich den Wortwechsel. Achmet erzählt viel. Auch er hat zwei Kinder, die beide auf eine Privatuniversität gehen. Er beschreibt die Korruption als eine Two-Face Gesellschaft, in der sich jeder selbst der nächste ist. Er sagt selbst, trau keinen Araber, nicht mal dir selbst.<br />
Das lässt tief blicken. Ein Zitat find ich besonders gut: Wenn Du mal nichts zu tun hast, dann iss.<br />
Afrikanische Sprichwörter sind aber auch voller Weisheiten, <a href="http://de.wikiquote.org/wiki/Afrikanische_Sprichw%9Arter">wie man hier lesen kann.</a></p>
<p>Der erste Stopp ist an einem riesigen See, der aktuell aber wenig Wasser führt, wie Achmet erzählt. Die Wassermassen würden den Strom liefern, den die Städte hier brauchen. Neben Solarenergie, der wichtigste Energie-Lieferant. Der Spot muss wohl bekannt sein, denn hier sammeln sich viele Händler, die ihre Waren anbieten. Auf einer Länge von gut 20 Metern findet man Oliven, frisches Brot, Obst, Gemüse, Wasserflaschen, Gewürze, Mandeln und gigantische Kürbisse in Form einer Gurke. Unter uns, im Tal, in das wir blicken können, führt ein Schäfer seine Herde auf eine Wiese. In weiter Ferne kläfft ein Köter, der sich zum Glück nicht zeigt. Die Gebirgskette am geneüberliegenden Ende des Sees liegt noch im Dunst der aufgehenden Sonne. Die Straßen sind in einem guten Zustand, allerdings wird der, der deutsche Maßstäbe erwartet, in seiner Erwartung wieder mal enttäuscht. Überall wird gebaut. Brücken sind teils nur provisorisch. Wer einen 4&#215;4 sein eigen nennt, der nutzt die Furt, nicht die marode Brücke. Wir passieren eine dieser Brücken. Der Wagen vor uns hält plötzlich hinter der Brücke. Die linke hintere Tür öffnet sich und ein Kopf kommt zum Vorschein und kotzt direkt auf die Straße.</p>
<p>Achmet hat gute 60 Sachen drauf, als wir uns einem schlechteren Teilstück der Straße nähern. In weiter Ferne ist ein LKW auszumachen. Beim Näherkommen wird klar: der LKW blockiert den Weg. Ein Teil der Straße ist weiß überzogen. Vermutlich vom Abbruch, der auf der Straße liegt. Achmet merkt selbst, dass er zu viel Fahrt drauf hat und das Bremsen jetzt dümmlich wäre, also lenkt er den Van eine Handbreit am LKW vorbei ‒ somit hat wenigstens ein Teil des Autos Halt auf der Straße …<br />
Ein Blick zu Jens: alles klar, wir beide sind uns sicher, das hätte anders ausgehen können.</p>
<p>Achmet lacht und gibt wieder Stoff. Er meint, wir schaffen die Stecke in drei Stunden, denn er wäre sie gerade gestern gefahren. Zusammen mit Simon, einem neuseeländischen Fotografen. In einer ruhigen Minute, nichtsahnend, bricht eine Bodenwelle unser Schweigen. Jens fliegt wie in Zeitlupe an die Decke. Das Ganze sieht aus wie bei einem Crashtest. Die Arme beinahe schwerelos. Jens rammelt sich schön die Birne, meine Kamera macht sich selbstständig. Ich habe mehr Glück ‒ dem Haltegriff, der nicht abreißt, sei Dank. Jens und ich lachen uns einen ab, während Achmet ganz trocken einwirft, das wäre extra für die Touristen.</p>
<p>Es ist kurz nach 12 Uhr, als wir Chefchaouen erreichen. Wir verabreden, dass wir um 15.00 Uhr wieder am Auto sind.<br />
Chefchaouen, die blaue Stadt. Und sie ist es wirklich. Alle Häuser sind blau-weiß getüncht. Die farbliche Umsetzung ist dabei sehr unterschiedlich. Dominant ist immer die Farbe Blau ‒ alle Töne von hell bis dunkel. Die Häuser sind teils komplett in Blau gehalten oder nur im unteren Drittel, während der Rest weiß ist. Selbst die Türen sind blau. Ebenso die Nieten, Schlösser und Beschläge. Häufig trifft man auf Häuser, die bis Augenhöhe noch blau sind, aber darüber zeigt sich dann der kahle, verrotte, alte Stein. Die knallige Mauerfarbe, so sagen die Einheimischen von Chefchaouen, hilft gegen den bösen Blick. Stromkabel sind auch hier frei schwebend verlegt. Die Stromzähler sind alle von außen zu erreichen und natürlich auch in Blau gehalten. Es wird nichts ausgelassen. Selbst Regenrinnen und deren Abläufe.<br />
Abseits der touristischen Pfade sind auch die Wege blau, allerdings ist hier die Farbe bisweilen schon verblichen, sodass der blanke Fels zu Vorschein kommt. Die Gassen und Wege sind eng verwinkelt und Schatten spendend. An beinahe jeder Ecke bietet man uns Dope an. Aber hier ist das anders. Keiner geht einem auf den Sack oder läuft einem nach. Oberhalb der Stadt schlängelt sich ein Schutzwall, der zugleich als Müllhalde dient. Hier oben stinkt es erbärmlich. Und natürlich will man uns auch hier Dope anbieten.<br />
Unterhalb des Walls hat man eine gute Sicht auf die Berge, die Chefchauen wie in einen Talkessel einschließen. Ich erinnere mich an die Worte von Achmet, der auf meine Frage, wovon denn die Menschen hier leben, antwortete: dass ein Großteil lebt davon, dass sie Marihuana domestizieren und verkaufen. Er bezeichnete diese Leute als „rich people“.<br />
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier alles anders zugeht. Keine Hektik, kein Stress. Idylle pur. Die Regierung unternimmt nichts dagegen, sagt Achmet auf meine Frage, warum sie denn den Drogenanbau dulden. Die Drogen sind die Lebensgrundlage für die Menschen hier. Die Drogen spülen viel Geld in die Kassen. Die Regierung müsste aber ein Hilfsprogramm starten, wenn sie etwas gegen die Drogen unternimmt, denn die hohe Arbeitslosigkeit würde sich noch weiter ausweiten. Und Geld hat die Regierung nicht, also dulden sie es. Drogen sorgen hier dafür, dass die Menschen etwas zu essen haben, ganz einfach. Ein Teufelskreis, denn die Hintermänner, die alles steuern, stehen nur indirekt mit den Menschen hier in Verbindung. Die Drogenbarone, wie Achmet sie nennt, leben alle am Meer in Rabat oder Marrakesch.</p>
<p>Eines meiner Fotos zeigt ein weinendes Mädchen, das zuvor noch gelacht hatte. Im Spiel haben sich dann die Kinder gegenseitig auf die Köpfe gedroschen. Ich kann das situativ gar nicht mehr genau erfassen, aber eines ist klar: die Kleine weinte, und ich drückte auf den Auslöser. Ein emotionsgeladenes Foto.</p>
<p>In einem der vielen Cafés trinken wir beide den wohl letzten Minztee unserer Reise. Jens fragt mich, was mir denn am besten gefallen hat bis jetzt. Ich kann auf diese Frage gar nicht so recht antworten, denn es gibt kein bestimmtes Ereignis, vielmehr ist es die Verdichtung des Erlebten, was den Reiz ausmachte.</p>
<p>Nach einem Rundgang durch die angrenzende Neustadt sind wir um kurz nach 15:00 Uhr am Auto bei Achmet. Der nächste Stopp ist am (Ras el Ma?), einem Wasserfall, der aber zu dieser Zeit nicht viel Wasser führt. Wir nehmen den Rundweg hinauf zu einer Kirche, von der aus man einen guten Blick auf die Stadt hat. Etwa auf halbem Weg erstreckt sich eine massive Steinformation mit einem keilförmigen Ausschnitt. Der Abhang schiebt sein Geröll auf den Gehweg, und ich kann nicht widerstehen, hinaufzusteigen.<br />
Die ersten 200 Höhenmeter sind schnell gemacht. Jeder weitere Schritt wird mit Bedacht gesetzt, denn jeder Fehltritt löst Steine, die sich schnell zu einer Lawine summieren könnten. Nicht auszudenken, was passiert, wenn eine Steinlawine einen Wanderer trifft, der unterhalb läuft. Jens steigt auf halber Strecke aus. Ich mache nochmals geschätzte 100 Höhenmeter, die es aber in sich haben. Dann endlich bin ich auf einem Plateau, vom dem ich noch von unten glaubte, es wäre der Gipfel; aber weit gefehlt, erst von hier oben lassen sich die Dimensionen ausmachen. Mit mehr Zeit und entsprechender Ausrüstung ist das eine geniale Tour. Der Fels hier oben sieht aus wie geschichtet und schimmert dank dem Sonnenstand in einem intensiven Rot.</p>
<p>Oben bei der Kirche sind nur wir zwei und ein Franzose. Unterhalb der Kirche sitzt ein alter Mann vor seinem Haus. Er weist seinen Hund mit nur dem Wink seines Gehstocks an, den Weg zu räumen. Und der Hund gehorcht. So was habe ich noch nie gesehen. Von hier aus lässt sich erahnen, warum so viele Trekking Touren starten. Die uns umgebende Landschaft ist grandios.</p>
<p>Der Rückweg dauert dann keine 10 Minuten. Am Auto haben wir noch einen Blick auf Chefchaouen und die Frauen und Kinder, die unten am Fluss ihre Wäsche waschen. Achmet schwört auf das Wasser hier. Ich kann mich angesichts dieser Bilder nicht wirklich mit dem Gedanken anfreunden, von hier Wasser zu trinken. Wenn hier unten schon die Wäsche gewaschen wird, dann sicherlich auch weiter oben; oder dort, wo die Quelle dem Fels entspringt. Für Marokkaner wird das chemische Waschen sicherlich kein Fremdwort sein…<br />
Unten am Auto bietet uns eine Truppe von sieben jungen Männern ein Chamäleon zu Verkauf an. Für ein Foto wollen sie auch Kohle. Am liebsten hätte ich es gekauft und erwidert, dass ich es essen werde. Vielleicht reißen sie beim nächsten Mal so ein Geschöpf nicht aus seiner Umgebung. Die Rückfahrt treten wir so gegen 16:30 Uhr an.<br />
Achmet drischt die Karre wieder über den Asphalt, dass einem schlecht werden könnte. Anscheinend will er seinen Rekord von der Hinfahrt brechen. Und das Wunder gelingt ihm. Aber wir wären nicht wir, wenn wir unsere Zeit nicht auskosten würden. Er legt noch den einen oder anderen Stopp ein, damit wir unsere Bilder machen können.</p>
<p>Auf ungefähr halber Strecke werden wir erst durch eine Polizeiblockade gewinkt, dann stehen wir: Vor uns ein Laster, der Meterhoch mit Heu beladen ist. Die Gesamthöhe überschreitet sicherlich acht Meter. Achmet meint, dass das Auto viel zu hoch beladen ist. Dem kann ich nur zustimmen. Ein Windstoß stärkeren Ausmaßes und die Karre liegt im Straßengraben. Aber Marokko wäre nicht Marokko, wenn das Folgende nicht Alltag wäre. Einer der Insassen des Busses lässt dem korrupten Polzisten Geld zukommen. Dieser lässt dann den LKW passieren. Marokko live. Ohne Worte. Wir passieren ebenso mit einem dummen, unschuldigen Grinsen. Die Wochenmärkte sind zu Ende. Die Reste liegen überall in den Ortschaften, die wir passieren. Auf den zuvor fast menschenlehren Straßen tummeln sich jetzt die Heimkehrer vom Markt. Kleinkinder, ältere Kinder, Erwachsene und Mulis ‒ beritten oder massig beladen, die treu ihren Dienst verrichten. Alle am Rand der Straße. Dominierend sind Mercedesbusse aus den frühen Neunzigern, die teils nur noch aus Rost bestehen und so beladen sind, dass sie sicherlich Achsbruch erleiden, wenn sie eine Bodenwelle unterschätzen.<br />
Die Landschaft zeigt sich jetzt noch farbenfroher als jemals zuvor. Es gibt keinen dominierenden Farbton, die Landschaft erfindet sich nach jeder Kurve neu. Farben ohne Formen kämpfen um die Vorherrschaft. Den letzten Stopp vor Fes machen wir nochmals an dem See, wo wir vor fast 12 Stunden schon einmal waren. Kaufen ein paar frische Mandeln, Granatäpfel und beobachten, wie die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Links grünt es, während die Gebirgskette am Horizont in einem intensiven Rot leuchte. Fast scheint es so, als würde das Licht bis in den Himmel reflektieren und diesen mit einfärben. Von Minute zu Minute wird das Rot intensiver. Das letzte Sonnenlicht erreicht das Tal unter uns, und die Farben leuchten ein letztes Mal für uns auf, bevor sie sich dem nahenden Mondlicht ergeben.</p>
<p>In Fes kaufen wir noch in einem gigantischen Supermarkt ein, der sich bei uns mit Globus vergleichen ließe. Das Angebot toppt alles, was ich bisher gesehen habe. Ich kann die Frische fühlen, riechen und schmecken. Wie kaufen Brot, Oliven und Käse für unser letztes Abendessen in Fes.</p>
<p>In der Pension bezahlen wir Achmet die vereinbarten 1.500 Dirham ‒ und einen Obolus für ihn. Wir tauschen E-Mail-Adressen sowie Facebook-Kontakte aus und verabschieden uns mit dem Versprechen, in Kontakt zu bleiben.</p>
<p>Da Jens noch Zigaretten braucht, machen wir uns ein letztes Mal abends auf in Medina, um welche zu kaufen, was sich im kurz nach 21.00 Uhr als recht schwierig herausstellt, da alle fliegenden Händler nicht mehr zu finden sind.</p>
<p>Auf dem Wege werde ich noch von einem Muli erfasst. Die Wucht wirft mich aus dem Gleichgewicht und meine 93 kg Flugkraft donnern gegen eine ältere Dame, die ich nur noch mit einen schnellen, aber beherztem sicheren Griff am Nacken davor bewahre, dass sie mit dem Kopf gegen die Wand fliegt. Wir nutzen den Trubel um das Geschehen und tauchen schnell unter.<br />
An einem Laden für diverse Drogerie-Artikel spricht Jens einen Mann an, der uns dann ein paar Hundert Meter weiter zu einem Laden führt, wo Jens dann doch noch fündig wird. Irgendwie komme ich dann mit ihm ins Gespräch, weil der Typ ganz und gar nicht wie ein Marokkaner aussieht. Er stellt sich uns vor als Rudolf, der hier von alle nur Achmet genannt wird. Der österreichische Dialekt ist nicht zu überhören. Er erzählt gleich ganz aufgeregt, wie froh er doch wäre, dass er mal wieder seine Sprache sprechen könne. Nach der Scheidung sei er in tiefes Loch gefallen und hier vor zwei Jahren nach einem Urlaub gestrandet. Er kennt Marokko von früher und will nicht mehr weg. Richtige Freunde hat er hier nicht und kann uns auch nicht zu sich nach Hause einladen, warum, das lässt er offen. Irgendwie ist er ein armes Schwein. Sein Angebot auf einen Tee, schlage ich aus, auch stellvertretend für Jens, mit der Ausrede, unser Fahrer vom heutigen Tag würde noch in der Pension warten; wir verabreden uns aber für morgen. Wir würden ihn hier finden, fügt er noch hinzu. Den letzten Abend verbringen wir mit viel tiefgründigen Gesprächen, sehr wohl auch über Achmet, der uns sehr beschäftigt.</p>
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		<title>Marokko &#8211; Tag 4 &#8211; Meknes, Volubilis, Moulay Idris</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 22:15:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vadim Schober</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Bab Mansour]]></category>
		<category><![CDATA[Meknes]]></category>
		<category><![CDATA[Meknès-Tafilalet]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ging ja gerade noch mal gut. Was zum Teufel ist genau passiert? Meine Anspannung will noch nicht so recht verfliegen. Gerade als wir in die Pension eintreten wollten, drang Kindergeschrei durch die dunklen Gassen. Es war nicht das Geschrei eines einzigen Kindes, vielmehr das einer ganzen Rasselbande. Plötzlich wie aus dem Nichts, steht ein ungefähr zehnjähriger Junge vor uns. Schwarzes Haar, kurze Hose, Gummischlappen und einem aufgeregten Gesichtsausdruck, der uns signalisiert, wir mögen doch bitte warten. Kurze Zeit später sind es dann fünf Jungs. Einer mit einer Platzwunde neben dem rechten Auge, nahe der Nase, auf Höhe der Augenbrauen. Blut quoll aus der 2 cm großen Wunde. Die Atmosphäre ist hektisch und angespannt. Die Jungs beschuldigten mich, ich hätte einem von ihnen, also dem mit der Platzwunde am Kopf, diese Verletzung mit der Kamera zugefügt.<br />
Wie es dazu kam?<span id="more-562"></span></p>
<p>Fangen wir ganz von vorn an; beim Frühstück. In gewohnter Manier. Heute gibt es aber gebratene Eier zum Frühstück und einen Minze-Tee, den ich sicherlich vermissen werde, wenn ich wieder in Deutschland bin. Aber noch ist es nicht so weit. Der heutige Tag beginnt am Bahnhof von Fes. Ausgangsort für eine Fahrt nach Meknès. Doch erst einmal gibt es Schwierigkeiten, weil kein Taxi zum Bahnhof fahren will. Beim dritten Anlauf haben wir Erfolg. Für geschmeidige neun Dirham.</p>
<p>Der Bahnhofskomplex ist modern. Mit viel Licht, das durch den mit Glas durchsetzten Bau erhellt. Am Ticketschalter will oder kann man nur französisch sprechen. Nein, kein Englisch. Gut, dass ich mein kleines Wörterbuch zur Hand habe. Somit kann ich spielend zwei Tickets nach Meknès kaufen. Der Zug ähnelt dem deutschen IC. Sehr guter Fahrkomfort. Einzig störend ist die Klimaanlage, die kalte Luft, denn die wird neben mir unterhalb des Fensters aus einer Lüftung geblasen. Binnen kürzester Zeit lahmt mein Arm vor Kälte. Vor uns sitzt ein Mann Mitte 40. Drei-Tage-Bart und gepflegtes Äußeren. Neben uns zwei Männer, die äußerlich einem Scheich ähneln. Der Mann vor uns hat auf seinem Tisch eine Büchse Cola stehen und eine zerrissene Alufolie in deren Mitte ein Dönerverschnitt marokkanischer Art sein Dasein fristet. Wahrscheinlich fühlt er sich beim Essen beobachtet, denn kurze Zeit später entschwindet er mit seinem Essen.</p>
<p>Rauchen ist in den Abteilen verboten, im Flur wird aber dafür kräftig geraucht. Die Landschaft, die an uns vorbeisaust, wechselt ständig. Die einzige Konstante sind die Bergzüge, die sich markant am Horizont abzeichnen. Olivenplantagen und Ackerland dominieren die Landschaft, die streckenweise recht trostlos wirkt. An den Bahngleisen sind diverse Wellblechbehausungen auszumachen, wie ich sie von Südafrika kenne; mit dem Unterschied, dass hier Stein das Fundament bildet. Die Fahrt dauert knappe 30 Minuten, dann sind wir in Meknès. Der Bahnhof wirkt wie ein Provinzbahnhof, wenn man ihn mit dem von Fes vergleicht.</p>
<p>Das Erste, was uns in Meknès empfängt, sind nervende Taxifahrer, die einem penetrant nachsteigen, um einem eine Taxifahrt aufzudrücken. Routiniert wimmelt jeder achselzuckend ab. Nach Zigaretten für Jens und Wasser sind wir keine 10 Minuten später auf dem Weg in die Medina, zu Fuß!<br />
Ein Gespräch in einer Autovermietung, die wir unweit vom Bahnhof finden, klärt man uns auf, dass der Weg zu weit wäre, um zu laufen, und rät uns zu einem Taxi.</p>
<p>Wieder am Bahnhof kommt ein älterer Mann auf uns zu und stellt sich als Mohamed vor. Völlig anders als der Rest. Ganz ruhig, ohne das Gefühl zu vermitteln, dass er unbedingt eine Taxifahrt ergattern müsse. Er fragt, was wir denn sehen wollen. Ich antworte, dass wir in die Medina wollen, sowie die Sehenswürdigkeiten drum herum. Er wirft am Ende meiner Ausführungen ein, dass die Medina von Meknès nicht anders wäre als die von Fes, dafür aber mehr touristisch sei. Er bietet uns an, für 300 Dirham nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volubilis">Coulibalys</a> und Moulai Idriss zu fahren. Und nicht nur das, wir hätten auch keinen zeitlichen Druck. Klingt gut. Ein Blick zu Jens; der signalisiert sein Ja. Während der Fahrt schwärmt der Fahrer von seinem Benz. Hat gerade die erste Million Kilometer runter. Allgemein ist er von der deutschen Autowirtschaft schwer angetan. Sein Taxi ist gemietet. Er muss viel Kilometer machen, das bringt Geld, erfahren wir. Anschnallen? Fehlanzeige. Er warnt sogar, dass der Gurt gar nicht funktioniert. In der ersten Kurve reißt mir dann auch noch der Haltegriff ab&#8230;</p>
<p>Unser Fahrer ist 53 und hat zwei Kinder. Eineiige Zwillinge, einen Sohn und eine Tochter. Das reicht sagt er. Um seine Nerven zu schonen und die Beziehung zu seiner Frau nicht zu gefährden, besitzt er zwei Häuser zur Miete. Eines für sich, das andere für die Schwiegermutter. All das erzählt er mit einem leichten Lächeln im Gesicht. Ein Generationshaus ist hier schon fast normal. Auch der Verdienst des Einzelnen kommt anderen zugute. Jeder hilft dem anderen. Er betont aber, dass das meistens nur innerhalb der Familie funktioniert.</p>
<p>Das dreistufige Schulsystem gleicht dem unseren. Nur mit dem Unterschied, dass Bildung nur dann zum Erfolg führt, wenn man von einer privaten Universität kommt. Seine Kinder haben ein Stipendium bekommen, was ihn sehr stolz macht. Sein Sohn ist einer von fünf, die von über 1000! Bewerbern ausgewählt worden sind. Auf die Frage nach seiner Herkunft, blüht er so richtig auf. Seine Mutter und auch sein Vater sind Berber. Er ist in Meknès geboren, als Teil einer Familie mit acht weiteren Kindern. Er spricht vier Sprachen. Ist aber ein Idealist, der an die Kraft des Islam glaubt. Auf meine Frage, ob er denn ein strenger Vater sei, antwortet er gelassen, dass seine Kinder zu Hause kein Internet hätten. Auch hält er nichts von den Veränderungen, die in seinem Land passieren. Der Wendepunkt kommt ab Ende 20 sagt er. Dann besinnt man sich auf seine Wurzeln. Dass die islamische Welt aber im Wandel ist, will er nicht bestreiten, sieht aber, dass die Veränderungen nichts zwangsläufig auf etwas endgültiges Positives hinauslaufen. Zur Monarchie hat er eine gespaltenes Verhältnis. Er wünscht sich, dass der König mehr im Land für sein Volk machen würde, als für sich in Europa zu werben. Dass Geld die Welt regiert, ist auch hier angekommen. Korruption ist an der Tagesordnung.</p>
<p>Das Gesundheitssystem hier, so erfahren wir, ist eine Schande. Wer kein Geld hat, hat zu leiden. Nach diesen Infos rufe ich mir die Frau vor Augen, die bewusstlos auf der Straße lag. Ihr Schicksal ist unter Umständen das Vermächtnis einer Unachtsamkeit oder Fahrfehlers mit folgen. <a href="http://blog.vadimschober.com/blog/2011/10/marokko-tag-3-konigspalast-fes-el-djedid/" target="_blank">( klick )</a></p>
<p>Unser erster Stopp liegt in einer Senke, die einen fantastischen Blick auf die Stadt Modul Idriss bietet. Unter einem alten Baum im Schatten steht eine zwölfköpfige, buntgemischte Truppe von Motorradfahren, die gemütlich essen. Das Ganze muss organisiert sein, denn ein etwas größerer Bus dient als Verpflegungswagen. Die ersten Bilder des Tages sind im Kasten und lassen auf ein gelungenes Panorama hoffen.</p>
<p>Nach ein paar Kurven erreichen wir den nächsten Stopp. Coulibalys, die größte und am besten erhaltene römische Ruinenstadt des Landes. Sie für ihre hübschen Mosaike bekannt ‒ und ebenfalls Weltkulturerbe. Zum Eintritt löhnt 10 Dirham pro Nase. Die Dimensionen sind gewaltig. Die Ruinenstadt passt sich malerisch in das Landschaftsbild ein, sodass der Eindruck entsteht, dass die Ruinenstadt mit dem Horizont abschließt.<br />
Wir sind aber nicht alleine hier. An einigen wenigen Stellen treffen wir auf Gruppen, die von einem Guide geführt werden. Sicherlich interessant. Aber wir sind zum Fotografieren hier. Das ständige Schritthalten mit der Gruppe ist nichts im Vergleich zu der Freiheit, die wir jetzt haben.</p>
<p>Auf das ganze Gelände verteilt lungern junge Männer herum, deren Bedeutung ich erst erkenne, als sie Jens andeuten, er möge bitte von einer Stele absteigen, die er zuvor für ein Foto erklommen hatte. Es sind etwa zwanzig Leute, die sich hier auf dem Gelände verteilen. Hinter einem künstlich aufgeschütteten Berg, der zugleich einen guten Überblick ermöglicht, haben sie eine Steinhütte mit typischem Wellblech, die als Kochstelle und Lager dient. Im Inneren erkenne ich zwei schlafende oder ruhende Männer, sowie eine Kochstelle mit einer Teekanne. Eine virtuelle Rekonstruktion dieser Anlage würde sicherlich die Dimensionen verdeutlichen. Der Zahn der Zeit hat auch hier seine Spuren hinterlassen. Ein Ansatz, das aufzuarbeiten, ist sicherlich der Neubau am Eingang. Hier entsteht in naher Zukunft ein Informationszentrum. Es ist zu hoffen, dass hier keine Tourismus Bastion entsteht. Denn sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Bustouren alles niederwalzen. Wir durchwandern das Gelände und sind fast eineinhalb Stunden später mit drei Litern Wasser am Auto bei Mustafa.</p>
<p>Weiter geht es nach Morula Idriss. Abseits der Hauptstraße fährt Mustafa seinen 300er Benz gekonnt die Serpentinen hinauf. In der Nähe eines verkrüppelten Olivenbaums parken wir, denn die Aussicht auf Moral Idriss ist gut für ein Foto, sagt Mustafa. Unter dem Baum sitzt ein Mann. Weit und breit ist sonst niemand. Er sieht etwas verlottert aus und schnorrt bei Jens erst mal eine Zigarette. Er verkauft von Hand geschliffene Fossilien. Die Ammoniten sind mittig geteilt und poliert. Sie würden direkt hinter uns am Berghang zu finden sein, betont der Verkäufer. Eine wunderbare Handarbeit. Durch die Teilung gibt es eine geschliffene Vorder- und Rückseite, die schöne Einblicke ermöglicht. Das Ganze kosten umgerechnet einen Euro ‒ sehr günstig. Wir entscheiden uns gegen einen Einkauf, weil wir nicht wissen, wie der Zoll regiert, sollten sie die Exemplare finden. Denn das Ausführen von Kulturgütern steht unter Strafe! Die Verkäufer ist echt eine Type. Sein Deutsch reicht für eine kleine Konversation. Er erzählt, dass die, die nicht nach Mekka kommen, dafür sieben Mal nach Mouly Idriss pilgern. Das muss ich mal prüfen, ob das wirklich so stimmt oder ob das eine Floskel war. Zwei Zigaretten und mit ein paar Bildern in der Kamera erreichen wir kurze Zeit später Moulay Idriss.</p>
<p>Die Stadt am Hang liegt im Schatten, als wir dort ankommen. In die Moschee kommen wir leider auch hier nicht hinein, können aber ein paar Bilder machen, wenngleich von einer provisorischen Absperrung in Form eines Holzbalkens aus. Auf einem Aussichtspunkt, der uns einen Blick hinunter ins Tal gewährt, sind wir gleich im Interesse eines jungen Mannes, der uns gleich vollquatscht. Da wir ja aus Island kommen, ist er auch gleich ruhig, zieht von dannen, und wir haben unsere Ruhe. Routine kehrt ein. Besonders spannend ist die Stadt nicht, aber ihre Lage kann man wirklich als idyllisch bezeichnen.</p>
<p>Zurück in Meknès besichtigen wir das Bab Mansour, welches mit seinen Ausmaßen und Mosaiken Eindruck macht. Hinter dem Bab er Rih kommen wir in die Vorräume des Mausoleum Morula Ismails, die kunstvoll im maurischen Stil gehalten sind. Im ersten Raum sitzt ein Wärter im hintersten Winkel auf einer Decke und schläft. Mittig steht ein Brunnen, der zum Waschen und Durststillen dient. Die Wände sind in einem dunklen Gelbton, während der Boden gänzlich aus Mosaiken besteht, die sich an den Wänden bis in gut einen Meter Höhe fortsetzen. Ein diffuses Licht umgibt uns, welches von oben herab durch kleine, in die Wand eingelassene Fenster scheint. Die Abendsonne wirft ihre ersten Schatten. Rechts führt eine kleine Treppe in die nächsten Räume. Von einem Zimmer in das nächste führt eine kleine Treppe, die kaum reicht, um die Besucher zu bändigen. Hier zeigt sich wieder die Dummheit, Ignoranz und Unvernunft der westlichen Zivilisation. Ignorante Touristen, die sich lautstark und ohne Rücksicht an einem Brunnen gegenseitig nachspritzen. Der ganze Boden ist kurze Zeit später nass; für sein „Pssst“ erntet der Wärter nur Unverständnis. Besonders schön ist der letzte Raum. Mittig findet sich wieder ein Brunnen, umrundet von zwölf Säulen, auf die sich die Deckenkonstruktion stützt. Sein Licht bekommt der Raum durch zwölf Fenster, die im oberen Teil des Raums unterhalb der Kuppel eingelassen sind. Rechts neben dem Eingang ist ein Raum, der mit einem roten Teppich ausgelegt ist und von einem imposanten Kronleuchter beleuchtet wird. Leider dürfen wir nicht hinein, denn ein kniehohes Gitter versperrt den Zugang. Davor drängen sich Massen von Touristen. Rücksichtslos auf den eigenen Vorteil bedacht nutzen sie jedes Schlupfloch, um ja als Erster für ein Foto präsent zu sein. Schrecklich, das hat nicht gefehlt bis jetzt. Das erste Mal auf der Reise haben wir das Gefühl, etwas zu sehr Touristisches zu sehen, wenngleich sehr schön und kostenlos.</p>
<p>Danach geht zum Heri Dar el Ma, einem riesigen Vorratsspeicher aus dem 17. Jh. Und weiter zu den berühmten Pferdeställen des Moulay Ismail, in denen 12.000 Pferde Platz fanden. In dem leicht muffigen Gemäuer ist es angenehm kühl. Die Sonne, die nun so langsam an Kraft und Intensität verliert, wirft ein warmes Licht in die Gemäuer. Das Gestein leuchtet in einem wundervoll satten Rot, das je nach Lichteinfall ins Gelbe übergeht. Die Stallungen im Außenbereich sind nur noch ein Schatten glorreicher Tage. Die Witterung nagt zusätzlich am Verfall. Der morbide Anblick lässt die Frage offen, ob der Zustand gewollt ist. Denn inmitten der Anlage liegen diverse Müll- und Schutthaufen.</p>
<p>Nach Verlassen der Anlage springt mit sofort ein Landcruiser der HZJ-Serie ins Auge. Dunkelblau. 4&#215;4. Dick bereift und aufgebaut für eine Langzeitfahrt. Bodenbleche, Seilwinde, Schnorchel, Ersatzreifen, und Dachgepäckträger machen klar, wo die Reise hingeht. Der Fahrer sitzt hinter dem Steuer und studiert eine Straßenkarte.</p>
<p>Und ich träume&#8230;.</p>
<p>Am Bahnhof verabschieden wir uns von Mohammed und warten nun auf den Zug. Wir haben seine Telefonnummer, denn er hat uns angeboten, dass er uns nach Chefchauen fahren kann, für schlappe 650 Dirham ab Meknès, und für 950 ab Fes. Inzwischen ist es kurz vor 18.00 Uhr, und die Sonne steht schon sehr tief. Wir sitzen auf einer gelöcherten Metallbank. Vier Sitzplätze, allerdings nur einseitig, in Richtung der Gleise. Jens rechts außen, ich links neben ihm. Neben mir sitzen noch zwei junge Frauen so um die Zwanzig. Die eine trägt eine blaue enge Jeanshose und ein schwarzes Oberteil, welches den Hintern verdeckt. Die andere eine bunte weite Stoffhose, die in Wind flattert. Sie trägt ein buntes Kopftuch und eine Weiße Brille im Stil der 70er Jahre. Ihre Freundin dagegen, zumindest nehme ich das an, trägt dunkles Haar, ähnlich einer Dauerwelle. Die beiden sind äußerlich grundverschieden. Beide schnattern aber was das Zeug hält. Nervig wird es erst, als sie uns ihre grässliche Mucke aufzwängen. Arabische Popmusik ist nichts für meine Ohren. Erst recht nicht bei der Kulisse, die uns umgibt. Die untergehende Sonne flutet den Bahnhof mit ihren letzten Strahlen. Ein rotgelber Feuerball, der mit aller Macht verzaubert. Der zuvor noch hellblaue Himmel weicht einem intensiven gedämpften Rot, das die Sonne diffus einhüllt. Dieser Anblick ist einfach magisch. Ein Moment, den man für immer festhalten will.</p>
<p>Im Hintergrund vernehme ich nur beiläufig die Bahnsteigansagen. Das Gedudel wird lauter und zeitgleich nerviger. Die Gesänge sind einfach nur übel, ebenso die Töne. Geht gar nicht. Irgendwie verspüre ich Lust, mich zu batteln. Schlagartig muss ich an das Video von RUN DMC vs. AEROSMITH ‒ WALK THIS WAY denken.</p>
<p>Rapper gegen Rocker. Eine passende Analogie.</p>
<p>Der nahende Zug bringt dann die Erlösung.<br />
Die Wagen sind merklich voller als bei der Hinfahrt. Die Abteile überladen, der Geruch abartig. Wir beziehen Stellung zwischen den Wagons. Da hier niemand die Türen schließt, sind sie bei der Fahrt offen und sorgen für Frischluft und ein besseres Klima. Die Landschaft zieht an uns vorbei. Ein weiterer Tag neigt sich dem Ende. Wider sind wir dem Ende unserer Reise ein Stück näher, dem Abschied von einem Land, von dem ich schon jetzt sage, dass ich gewiss wiederkomme.</p>
<p>Der Bahnhof von Fes ist um diese Uhrzeit rappelvoll, laut und hektisch. Auf Höhe des Taxistands werden wir, wie nicht anders zu erwarten, mit Versprechen des besten Preises vollgelabert. Die wollen 40 Dirham für die Strecke, für die wir am Morgen noch neun Dirham bezahlt haben. Ich biete 10 Dirham. Nein! ‒ 40 Dirham wäre der beste Preis. Fuck You! Der Typ ruft noch mal schnell seinen Kumpel, der natürlich prompt erwidert, dass 40 Dirham sehr günstig und Standard wären. Zum Vergleich: Die Fahrt vom Flughafen bis Ain Azleten dauert ca. 30 Minuten ‒ für 120 Dirham. Dieser Halsabschneider will 40 Dirham für 5 Minuten! Ich winke nur ab, der kann mich, denke ich. Jens stimmt ein, wir lassen ihn links liegen und laufen ‒ gute 45 Minuten&#8230;</p>
<p>Dem Jungen mit der Platzwunde rinnt noch immer das Blut aus der Wunde. Fühle ich mich schuldig ? Nein! Bin ich schuldig ? Ich denke nein. Jetzt steht die versammelte Mannschaft komplett vor uns. Sie haben einen dabei, der wohl im Namen aller spricht, denn er kann paar Brocken Englisch. Einen leicht aggressiven Gesichtsausdruck haben sie schon. Energisch fordern sie 100 Dirham. Wir beide schweigen. Zakarias öffnet die Tür, ich trete hinein, erkläre die Situation. Er lächelt. Ich interpretiere das als ein Zeichen dafür, dass die Jungs nur Kohle wollen. Im Licht meiner Stirnlampe untersuche ich die Sonnenblende meines Objektives. Keine Blutspuren, keine Hautreste zu erkennen. Erleichterung.<br />
Zakarias beschimpft die Jungs in einem dreckigen klingenden Arabisch, was übersetzt sicherlich so viel heißt, wie: Verpisst euch. Die Jungs entschwinden in die Dunkelheit der Nacht, die nun endgültig hineingebrochen ist.</p>
<p>Wir sitzen unten in der Lobby der Pension und befragen Zakarias über Chefchaouen. Er ist noch immer der festen Überzeugung, dass es besser wäre, wenn wir kein Mietauto nehmen würden. Besonders nah legt er uns, dass wir nicht wild campen sollen. Das frustriert ein wenig, denn das sollte ja das Highlight der Reise werden.</p>
<p>Eine vierstündige Fahrt mit dem Mietauto über etwa 300 km bei den marokkanischen Straßenverhältnissen waren als Tagesziel sicherlich realisierbar; aber die Rückreise am nächsten Tag, mit Termindruck wegen des Fliegers, das wäre zu stressig. Ok, also sind wir wieder am Anfang! Jens und ich besprechen noch einmal die Vor -und Nachteile von Mietauto oder Taxi. Wenig später sitzt ein Mietarbeiter von Memoire voyage bei uns. Wir befragen ihn nach den Kosten für einen Tagesausflug nach Chefchaouen. Alles zusammen würde uns 1.500 Dirham kosten. Also rechnen wir kurz.<br />
Wir entscheiden uns für ein Taxi. Warum ?<br />
Ganz einfach. Komfort und Sicherheit. Wer garantiert, dass Mustafa wirklich in Meknès ist ? Was, wenn er dann doch mehr Geld sehen will?<br />
Spät abends müssten wir noch im Zug nach von Meknès nach Fes.<br />
Sicherlich sind 650 Dirham im Vergleich zu 1.500 verlockend, aber das würde bedeuten, dass wir um 4 Uhr aus dem Bett müssten. Zum Bahnhof Fes, von dort aus nach Meknès.<br />
Und abends das Ganze noch einmal von vorne.</p>
<p>Der Deal steht also. Wir zahlen 1.500 Dirham für den ganzen Tag ‒ inklusive Transfer zum Flughafen am nächsten Tag. Keine fünf Minuten später steht Othman ibn Affan* in der Pension. Der Chef der Agentur.<br />
Er ist dünn wie ein Hemd, hat ein Gebiss wie ein Pferd und einen manisch depressiven Blick, der durch seine dunklen, tief sitzenden Augen noch verstärkt wird.<br />
Auch er bestätigt nochmals die Summe von 1.500 Dirham.<br />
Auf jede meiner Fragen antwortet er mit: All as you like, ohne, dass ich meinen Satz zu Ende bringen kann. Das geht mir voll auf den Sack.<br />
Irgendwann höre ich ihm dann gar nicht mehr zu. Ich könnte auch in der Nase bohren, würde er wahrscheinlich gar nicht merken. Komischer Vogel.</p>
<p>Egal, wir haben das, was wir wollen <img src='http://blog.vadimschober.com/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Morgen früh um 7.00 Uhr geht es los.</p>
<p>Was für ein Tag !</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vadim</p>
<p>* Othman Ibn Affan<br />
Musste den Namen googeln, das ist das Ergebnis:<br />
dritter Kalif, Regierungszeit 644-656; mit größten Machtbefugnissen ausgestattet, lebte er in Einfachheit in Medina, legte 653 endgültig den Text des <a href="http://www.wissen-digital.de/Koran">Korans</a> fest und baute ihn zur Heiligen Schrift des Islam aus; seine Feldherren eroberten Tripolis, Zypern und Armenien; Othman Ibn Affan wurde 656 von dem Sohn Abu Bekrs erschlagen.</p>
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		</item>
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		<title>Marokko &#8211; Tag 3 &#8211; Königspalast, Fes el Djedid, Mellah</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 20:25:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vadim Schober</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Dar El Makhzen]]></category>
		<category><![CDATA[Fes el-Djedid]]></category>
		<category><![CDATA[Fès-Boulemane]]></category>
		<category><![CDATA[Judenviertel]]></category>
		<category><![CDATA[Königspalast]]></category>
		<category><![CDATA[Mellah]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nacht war kurz. Obwohl, zu kurz war sie eigentlich nicht. Vielmehr habe ich nicht so recht Schlaf finden wollen. Ich war des Öfteren wach. Es ist stockfinster. Ich dachte immer, der finstere Wald wäre das Ideal an Schwärze. Weit gefehlt. Ich taste in völliger Dunkelheit, hilflos wie ein Kind und blind wie ein Maulwurf, die zwei Meter zur Toilette. In Erinnerung an einen gebrochenen Zeh ‒ mit Vorsicht. Nichts ahnend, krache ich dann doch gegen die Badezimmertür. Ein schöner Knall, der mich vollends erwachen lässt. Die Badezimmertür ist nicht geschlossen, sondern in einem Winkel von ca. 45 Grad geöffnet. Und das hat einen Grund. Sie sitzt fest. Natürlich nicht wie festgeleimt, aber doch so fest, dass ein Anheben der Tür mühsam ist und zugleich ein Geräusch von sich gibt, das Tote erweckt. Und ich renne frontal gegen die Tür. Ein kurzer Schmerz wandert vom Kopf bis ins Mark. Stillstand. Dann folgt ein leises Fluchen. Kurz darauf sitze ich im dunklen auf der Toilette. Irgendwie doch spannend. Das Tasten nach dem Spülkasten gelingt sofort. Ein Teilerfolg ‒ denn von Wasserdruck keine Spur. Ist mir in diesem Moment aber völlig egal. Es ist brütend heiß im Zimmer. Ich schlafe dann aber doch wieder zügig ein. Das Einzige, was ich zuvor an Geräuschen ausmache, ist das Schnarchen von Jens.<span id="more-566"></span></p>
<p>Der nächste Morgen beginnt mit einem knappen Frühstück. Kaffee und Tee sind schnell hinuntergespült. Keine 30 Minuten später sind wir aus dem Haus. Der Weg führt uns heute zuerst aus der Medina heraus. Zum Königspalast. Ein kleiner Anstieg gibt den Weg vor.</p>
<p>Das Leben ist schon im vollen Zuge, als wir die ersten labyrinthartigen Gassen kreuzen. Die schon bekannten Gerüche umgeben uns wieder. Eingehüllt in Düfte aus Kräutern und Gewürzen. Schon seltsam, wie schnell man sich heimisch fühlen kann. Auf dem offenen Märkten außerhalb der Medina geht alles etwas lauter zu. Jeder versucht unüberhörbar, seine Waren anzubieten. Die Atmosphäre gleicht dem Fischmarkt in Hamburg. Auf Höhe der Stadtmauer ist ein Markt voller Utensilien zu finden, von denen bei uns sicherlich 90% auf dem Schrott landen würde. Zündkerzen, Kleiderlumpen, alte Zeitungen, schrottreife, verrostete Fahrradrahmen, Bratpfannen und Kochtöpfe, Teller und Besteck in bedenklichen Zuständen liegen zum Verkauf bereit. Aber es muss wohl einen Markt dafür geben, sonst würde das Zeug nicht zum Verkauf liegen. Europäische Maßstäbe sollte man spätestens hier abgelegt haben.</p>
<p>Den Weg zum Königspalast wählen wir durch das Mullah, das jüdische Viertel. Hier beschränken sich die angebotenen Waren zum großen Teil auf Goldwaren und Bekleidung. Handel wird auch hier an jeder Ecke betrieben. Insgesamt aber weniger ansprechend als in den Souks der Medina. Hier wirkt alles etwas steril.</p>
<p>Unsere nächste Idee ist, dass wir eine Tee-Pause einlegen, um vom obersten Stockwerk eines Hotels ein Panoramafoto zu machen.<br />
Los geht’s.<br />
Wir stehen vor dem <a href="http://www.riadmyra.com/">Riad Myra</a>, einem der besten Hotels in Fes. Vor der Tür zu den klimatisierten Innenräumen empfängt uns ein Portier, der uns sogleich freundlich lächelnd die Tür öffnet und uns bittet, einzutreten. Uns wird eine junge Dame zur Seite gestellt, die uns auf die Frage, was wir denn wünschen, auf das Dach begleitet. Ich möchte in Deutschland erleben, dass uns sofort jemand zum Fotografieren auf das Hoteldach führt, wenn wir den Wunsch äußern.<br />
Oben angekommen, betreten wir eine sehr gepflegte Dachterrasse mit einer guten Sicht über die Stadt. Die junge Dame weicht nicht von unserer Seite. In strammer Haltung, die Hände auf dem Rücken gefaltet, wartet sie mit einem immerwährenden Lächeln darauf, dass wir einen Wunsch äußern. Wir machen die ersten Fotos und bestellen Tee mit Minze.<br />
Keine fünf Minuten später setzt sich ein Mann, Mitte 40, zwei Tische neben uns. Ich begebe mich auf seine Höhe und mache weiter Fotos. Als der Tee kommt, ist das sein Zeichen. Er spricht mich an. Auf seine Frage, ob wir Journalisten wären, antworte ich mit einem entschlossenen: JA! Sind wir natürlich nicht. Aber vielleicht verschafft es ja Vorteile. Ich flunkere, dass wir von der <em>Rheinpfalz</em> wären, einem lokalen Magazin. Das scheint ihn zu freuen, zumindest deute ich das so.<br />
Der Tee wird in zwei silbernen Kannen serviert. Dazu reicht man uns Zucker, sowie zwei kleine, zu Dreiecken gefaltete Stofftücher. Diese nutzt man, um die heiße Kanne und das Glas anfassen zu können. Ohne würde man sich ordentlich die Hände verbrennen. Es scheint, als läge der Siedepunkt von Wasser hier bei 500 Grad, denn die Kanne ist schweineheiß.<br />
Am Ende werden wir noch durch das Hotel geführt, wo wir unsere Bilder machen dürfen. Den Tee aber mussten wir aber trotzdem zahlen&#8230;.</p>
<p>Am Königspalast ist es sauberer als an jedem anderen Fleck, das fällt sofort auf. Unter den Bäumen im schützenden Schatten sitzt die Leibgarde des Königs mit schussbereiter MP und einem großen Vorrat an Wasserflaschen. Der Palastkomplex hat gigantische Ausmaße. Wir stehen vor dem Haupttor. Insgesamt sind es sieben Tore. Ein großes, bestehend aus zwei Flügeltüren sowie zwei weiteren Toren, obgleich wesentlich kleiner, auch mit Flügeltüren. Die anderen sind ebenso gestaltet, aber entsprechend kleiner. Jede dieser Türe umspannt ein halbrunder Bogen. In fünf von sieben Toren sind rechts und links neben den Toren noch weiße kleine Säulen eingelassen. Die Tore sind vergoldet und funkeln in der Mittagssonne. Jedes der Tore, bis auf die beiden kleinsten, die sich ganz rechts und links befinden, verfügt über ein kleines Vordach mit grünen Ziegeln. Die Tore sind umgeben von filigranen Mosaikarbeiten in verschiedenen Farben. Dominierend sind aber blau, grün und rot.</p>
<p>Zurück im jüdischen Viertel steigen wir in das erstbeste Taxi und lassen uns in die Neustadt bringen. Wir beide haben Lust auf ein kühles Blondes. Nein, keine Frau, sondern in zünftiges Bier. Die Suche gestaltet sich schwieriger als erwartet. Nach drei Anläufen werden wir zu einem richtigen „Etablissement“ geschickt. Schon beim Betreten der Bar, die mehr einer Spelunke gleicht, wissen wir: das ist etwas nicht Alltägliches. Viele Gesichter wenden sich ab. Das Ganze hat etwas von der Atmosphäre, wie man sich in Deutschland Besuch im Puff vorstellt. Wir bestellen unser Bier. Der Barkeeper serviert. Ohne viel Worte zu verlieren. Hier wird geraucht und gesoffen. Telefoniert mit leiser Stimme. Und jeder trinkt sein Bier für sich. Befremdlich.</p>
<p>Nach bestimmt 10 Kilometern und dem Besuch in einem modernen Einkaufszentrum, laufen wir Richtung McDonald‘s. Dort, wo wir vor Stunden schon waren, als wir das Taxi verlassen haben. Unterwegs sehen wir noch, wie eine Frau bewusstlos auf der Straße liegt. Der Krankenwagen hupt wie ein Irrer. Kein Auto macht Platz. Nicht einer ist bemüht, dem Krankenwagen auch nur ansatzweise die Möglichkeit ein Vorbeifahrt zu gewähren.</p>
<p>Willkommen in Marokko. Dritte Welt. Afrika. Hier ist alles anders.</p>
<p>Das Taxi bringt uns auf dem Rückweg wieder zu den Ruinen. Von dort aus wollen wir nochmals Fotos machen. Diesmal aber noch etwas mehr von oben. Kaum sind die Stative aufgebaut, tönt der eindringliche Ruf zum Abendgebet zu uns herauf. Nach ein paar Bildern steigen wir hinauf zu der Stelle, von der wir gestern schon fotografiert hatten. Alsbald folgt uns ein Junge von vielleicht 10 Jahren. Grüßt und setzt sich neugierig neben uns. Sein Blick wandert abwechselnd von unseren Kameras zu einer Plastiktüte, nie neben meinem Rucksack liegt. Klar, der Bursche will was. Ich sehe zu Jens rüber. Ein Blick signalisiert, dass er das Gleiche denkt. Ich schenke dem Burschen einen von vier Äpfeln. Mit erhobenen Händen, als hätte er eine Trophäe in der Hand, ist er dann auch so schnell verschwunden, wie er gekommen ist. Kurze Zeit später sitzt der Bursche wieder neben uns. Aber nicht alleine. Diesmal hat er gleich einen Freund mitgebracht. Ich blicke erneut zu Jens rüber. Wir schenken den beiden unsere restlichen Bananen. Kurz Zeit später sind sie im Dunkel der Nacht verschwunden. Nach ein paar Bildern machen wir uns auf den Weg zur Pension. An einem der typischen Einkaufsstände kaufen wir noch etwas Wasser. Ein überhaupt nicht unaufdringlicher Typ lässt immer ein paar Worte über seine Lippen kommen. Keine direkte Anrede. Bei mir kommt aber dennoch immer <a href="http://www.kathrein.de/">Kathrein</a> an. Ein Hersteller von diversen Elektronik Artikeln. Irgendwie verstehe ich den Zusammenhang nicht.</p>
<p>Der Lacher ist groß, als Jens beim Rückweg aufklärt, dass der Typ eigentlich „get high“ meinte&#8230;. Wir haben den Rückweg über nur lachen müssen.</p>
<p>Gute Nacht,</p>
<p>Vadim</p>
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		<title>Marokko Tag 2 &#8211; Fès el Bali / el Medina el Qadima</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 21:04:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vadim Schober</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Kairaouine-Moschee Fès el Bali/el Medina el Qadima]]></category>
		<category><![CDATA[Mausoleum „Moulay Idriss II“]]></category>
		<category><![CDATA[Medersa el-Cherratine]]></category>
		<category><![CDATA[Souks]]></category>

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		<description><![CDATA[Der erste Morgen in Marokko. Das zweite Mal, dass ich auf dem afrikanischen Kontinent aufwache. Für Jens ist es das erste Mal. Frühstück auf der Terrasse. An einem Tisch neben uns sitzen zwei Holländer, die ebenso wie wir frühstücken. Wir kommen mit ihnen ins Gespräch und erfahren, dass sie für dreieinhalb Wochen in Marokko bleiben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste Morgen in Marokko. Das zweite Mal, dass ich auf dem afrikanischen Kontinent aufwache. Für Jens ist es das erste Mal.</p>
<p>Frühstück auf der Terrasse. An einem Tisch neben uns sitzen zwei Holländer, die ebenso wie wir frühstücken. Wir kommen mit ihnen ins Gespräch und erfahren, dass sie für dreieinhalb Wochen in Marokko bleiben wollen, und gerade auf ihren Mietwagen warten. Der männliche Part spricht gutes Deutsch. Somit reden wir in einem Mix aus Deutsch und Englisch. Er erzählt uns, dass er sich auf einem der vielen Märkte den Magen verdorben hat. Und gibt uns den Rat, genau aufzupassen, wo wir essen. Nur nach welchen Maßstäben sollen wir das beurteilen?<span id="more-556"></span></p>
<p>Unser Frühstück besteht aus Kaffee, Tee, Marmelade, Käse, Oliven, Brot. Alles sehr schmackhaft und gut bemessen. Somit wird man nicht schon zum Frühstück lethargisch, weil man zu viel in sich hineingedrückt hat. Nach dem Frühstück packen wir unsere Rucksäcke und stimmen die Kameraausrüstung auf den Tag ab.</p>
<p>Der erste Tag ist der Medina gewidmet. Dem Herz von Fez. Hier pulsiert das Leben und der Handel.</p>
<p>Ein paar Punkte, die wir sehen wollen, haben wir als Merkliste auf einem Zettel. Aber wir möchten und treiben lassen ‒ ohne großartig ein Ziel zu verfolgen. Gegenüber dem Ersteindruck vom gestrigen Abend hat sich nichts verändert: Nach deutschen Maßstäben sieht es scheinbar elend aus. Ein schier undurchschaubares Ghetto aus über 9000 verschiedenen Straßen, die alle Namen tragen. Überall lungern halb verhungerte Katzen. Komischerweise sehr wenig Hunde. Die meisten Katzen sind bestenfalls ein paar Wochen alt. Wenig alte Katzen. Wahrscheinlich ist die Lebenserwartung recht gering. Entlang der Hauptwege ist es noch relativ sauber. In den Seitengassen steht und liegt der Müll. Augenscheinlich ein Paradies für Ratten und anders Ungeziefer. Es stinkt an vielen Ecken, und es riecht nach einem konzentrierten Mix aus Urin und Exkrementen. Nicht auszumalen, wie es hier zugeht, wenn es mal ein paar Stunden am Tag regnet. Eine Vorstellung, die ich schnell verdränge.</p>
<p>Die meisten Häuser stehen dicht an dicht. Sie sind gelb oder weiß getüncht. Über einen Großteil der Medina spannt sich ein Geflecht aus Holz und Leinen, was die Sonne zurückhält und die Temperaturen auf ein erträgliches Maß regelt. Trotzdem spendet diese Konstruktion ausreichend Licht, sodass ein Großteil der Gassen nicht im Dunkel verschwindet. Die kleineren Nebengassen sind schummerig und schattig.</p>
<p>In einer solcher Gassen kloppen sie gerade zwei Männer. Der eine hat eine ordentliche Platzwunde im Gesicht und brüllt voller Wut gestikulierend mit beiden Armen so laut er kann. Ein junger Mann, der versucht den Streit zu schlichten, hat gut zu tun, die beiden zu trennen.</p>
<p>Der Boden ist fast durchgängig gepflastert. An vielen Stellen finden Ausbesserungsarbeiten statt. In den engeren Gassen sind viele Balken zwischen den beiden Seiten eingelassen, die horizontal und vertikal verstrebt sind und beide Seiten stützen. Diese Schwebekonstruktion scheint ihren Zweck zu erfüllen. Allein durch Druck findet sie Halt. Teils sind die Wände geschmückt mit Malereien und Teppichen, die gekonnt die Monotonie durchbrechen. Das Ganze wirkt dadurch bedeutend lebendiger. Wer ab und an den Kopf hebt, kann über den Dächern vermehrt grüne Ziegel finden, die den Abschluss der Bauten andeuten. Einzig die zahlreichen Moscheen überragen die Häuser. Die Stromleitungen sind auf dem Putz verlegt: sie wogen an den Hauswänden entlang. An jedem Haus oder Laden finden sich außen Strom- und Wasserzähler, aber auch Telefonleitungen. Die Dächer werden beinahe flächendeckend durch Parabolspiegel-Installationen dominiert.</p>
<p>Unser Rundweg durch die Medina führt uns als erstes in das Gerbviertel.<br />
Gleich beim Betreten des Viertels sind wir auch schon im Interesse der Händler, die uns anbieten, dass wir auf ihrer Terrasse die beste Sicht zum Fotografieren hätten. Wir nehmen den Erstbesten ‒ und sind nicht enttäuscht. Er will 40 Dirham. Ich fasse in die Tasche, krame acht Dirham heraus und betone mit Nachdruck, dass wir nicht mehr hätten. Anfangs leicht angepisst, ist er dann wohl doch ganz zufrieden und lässt uns in Ruhe unsere Bilder machen. Wir sind nun knapp oberhalb der Dächer und haben eine gute Aussicht bis hinauf in das andalusische Viertel.</p>
<p>Unter uns stehen die Männer in ihren verschiedenen Becken einer offenen Gerberei und kümmern sich um die Weiterverbreitung der Materialen. In summa schätze ich sind es über 200 Becken. Die Männer stehen dabei leicht bekleidet und kümmern sich um den Gerbungsprozess. Die Verarbeitung von Tierhäuten zu Leder geschieht hier noch in Handarbeit. Die verwendeten Gerbstoffe befinden sich in Bottichen, in denen die Männer die Felle wenden und umlagern. Der uns umgebende Gestank ist kaum zu ertragen. Man gewöhnt sich aber zwangsläufig mit der Zeit daran. Besonders empfindlichen Leuten, die entsprechend bezahlen ‒ also wir natürlich nicht ‒ bekommen frische Minze gereicht, die man sich dann als Atemhilfe unter die Nase halten kann.</p>
<p>Das Angebot der aus Leder gefertigten Waren ist sehr üppig und farbenfroh. Das Sortiment reicht von Taschen in jeder Form, Farbe und Größe bis hin zu Hüten, Hosen und Jacken. Alles wirkt für meine Begriffe, ohne dass ich wirklich sagen kann, dass ich Ahnung davon hätte, sehr hochwertig und sauber verarbeitet. Ein Besuch ist auf jeden Fall lohnenswert, wenngleich es fotografisch sicherlich besser wäre, wenn man erst nach 17 Uhr da wäre ‒ allein wegen des besseren Lichtes. Gegenüber mache ich ein paar Bilder in einer Manufaktur, die im Erdgeschoss verschiedene Elemente aus Leder produziert und im Obergeschoss Metall verarbeitet. Wir werden freundlich umhergeführt und lernen somit verschiedenes über die Prozesse in der Herstellung. Die Männer im Untergeschoss bearbeiten Leder. Hier wird zugeschnitten, gestanzt und gefärbt. Auf dem Dach trockenen Lederstücke in einem intensiven gelben Farbton. Dabei liegen die Lederstücke nicht direkt auf dem Gestein, sondern auf Heu. Auffällig hierbei ist, dass wir nicht eine einzige Frau antreffen, die einer handwerklichen Tätigkeit nachgeht.</p>
<p>Wir machen einen kurzen Job in einer klassischen Weberei, wo man uns sofort und bereitwillig die Funktionsweise eines Webstuhls erklärt. Ich würde das wohl nie hinbekommen. Wahrscheinlich auch nach Jahren nicht. Fingerfertigkeit und Geschwindigkeit der Handwerker sind beachtlich.</p>
<p>Besonders prachtvoll sind die Brunnen und Tore, die man fast überall findet. Viele der Brunnen werden gerade restauriert und erscheinen so in einen neuen, fast makellosen Glanz. Die meisten Tore wirken auf den ersten Blick gerundet. Der Schein täuscht aber auch hier. In Wirklichkeit sind sie eckig. Einzig die Fassung hat eine Rundung, die sich im Halbkreis vor dem Tor abhebt, und somit Eindruck erweckt, das Tor wäre oben gerundet. Eine einheitliche Farbe ist hier nicht auszumachen. Der Anstrich wechselt von Rot bis Blau und von Gelb bis Grau. Beschlagen mit Nieten und gemalten Mustern laden sie förmlich dazu ein, sich näher mit ihnen auseinanderzusetzen. Alle Tore sind durch ein Schloss gesichert, welches entweder in die Tür eingelassen ist, oder die Form eines Vorhängeschlosses hat.</p>
<p>Meistens hängt noch ein Bolzen an der Tür, außerdem zwei rustikale alte Schwingen zum Läuten. Sehr eindrucksvoll ist der Besuch der Medersa el-Cherratine aus dem späten 17. Jahrhundert. Der aus Mosaiken bestehende Boden bietet mittig einen Springbrunnen, welcher aber nicht in Betrieb ist. Im Inneren ist es schattig und angenehm kühl. Die Intarsien können begeistern. Wir erkunden die drei zugänglichen Stockwerke und bestaunen den Blick nach unten, der das Bauwerk noch größer erscheinen lässt. Leider ist der Zugang zum Dach gesperrt, somit müssen wir ein anderes Bauwerk finden, um uns einen Blick über die Dächer zu verschaffen.</p>
<p>Das Mausoleum „Moulay Idriss II“ bleit uns als nicht Muslimen leider versperrt. Ein hastiger Blick vorbei an den Menschenmassen, die den Eingang beinahe belagern, verschafft dann aber wenigstens dem Auge Befriedigung. Ein Foto gelingt mir dann aber doch. Mehr sehen wir hier leider nicht.</p>
<p>Rund um das Gebäude verkaufen Jung und Alt diverse Süßwaren, auf denen zu Haufe Fliegen sitzen und sich am Süßkram laben.</p>
<p>Die Sous ( Märkte ) in der Medina verdienen besonders eine Beschreibung. Man fühlt sich hier doch wirklich in eine andere Zeit zurückversetzt. Ein wenig mittelalterlich geht es hier schon zu. Bei den Fleischhändlern finden wir frisch geschlachtete Waren in der Auslage, ohne Kühlung. An dem einen oder anderen Stand blicken wir in Kamel- oder Schafsköpfe, aus deren Mäulern noch das Blut rinnt. Aufgespießt auf einem Fleischhaken schmücken sie den Stand wie Trophäen. Unmittelbar daneben sind die Garküchen. Hier gibt es Innereien und andere Fleischspezialitäten, auch am Spieß, zu kaufen. Überall sieht man gefärbte Küken, die in verrotteten Körben ein Leben als Ware fristen. Hühner, die zum Verkauf stehen, werden gewogen und dann bei lebendigen Leibe geköpft. Hals umdrehen ist auch gebräuchlich.</p>
<p>Dazwischen finden sich dann diverse Obstverkäufer, die Feigen, Äpfel, Melonen und diverse andere Früchte zum Sofortverzehr. Viele Händler haben kleine bewegliche Karren, auf denen sie ihre Früchte anbieten. Der Einkauf wird in kleine Papiertüten gerollt.<br />
Unzählbar ist die Zahl der Gemüse- und Gewürzverkäufer. Das angebotene Sortiment reicht von riesigen bananenförmigen Kürbissen bis hin zu getrockneten Mandeln, Orangen, Feigen, Zwiebeln und andere Köstlichkeiten ‒ nicht nur für den marokkanischen Gaumen. Der Verkauf findet auch hier meistens zwischen den Gassen statt, wobei die Ware auf Holztischen oder in Bodennähe zum Verkauf angeboten wird. Auch hier tummeln sich Katzen ohne Scheu.<br />
Die Gewürzverkäufer haben meistens einen kleinen Laden, der bestenfalls für eine Körperdrehung Platz bietet. Im Inneren finden sich dann Zusatzartikel wie Shampoos oder andere Produkte, die sich als lohnende Nebenverkäufe an den Kunden bringen lassen.<br />
Vor dem Laden werden die Gewürze präsentiert, in Säcken, Schalen oder auch Holzschatullen. Darauf tummeln sich Scharen von Insekten.<br />
Das Angebot ist auch hier weit gefächert. Getrocknete Chilischoten, Nudeln, Maismehl und Konserven runden das üppige Sortiment ab.<br />
Vor den meisten Läden lungern diverse Gestalten herum. Krüppeln, offensichtlichen Bettler und Jugendliche, die alle am Handel mit den Kunden ‒ oder vorzugsweise mit den Touristen ‒ mitprofitieren wollen.</p>
<p>Nach ein paar Stunden haben wir uns eine Tarnkappe zugelegt. Das teilweise penetrante Anwerben für Restaurants und Läden kann gewaltig nerven.</p>
<p>Einen der Sätze, der mich sicherlich die nächsten Tage um Traum verfolgen wird, ist die Frage nach: „Where do You come from?“<br />
Ignorieren funktioniert selten, denn sie laufen dir nach, wie Jagdhunde, die Witterung genommen haben.<br />
Also, was tut man als höflicher Mensch? Antworten. Richtig! Aber: Fehler Nr. 1, denn somit haben sie eine Basis für ein Gespräch, auf das sie einsteigen, als wäre es ihre Chance für den Deal der Woche.</p>
<p>Das Ganze läuft ungefähr so ab.<br />
- Where do you come from?<br />
- Germany<br />
- Germany, nice<br />
- Of course!<br />
- I love Germany, nice Country.<br />
- Mmmh!<br />
- I love Beckenbauer! Isch liebe Angela Merkel!<br />
- Ahhh !<br />
- Deutschland, you‘re tausend Welcome!<br />
- Thank you.</p>
<p>Ums kurz zu machen, irgendwann hat man keinen Bock mehr. Also musste etwas anders als <em>Deutschland</em> her. Ich probierte dann einfach <em>Island</em> ‒ mit dem Hintergedanken, dass das eh keiner kennt.<br />
Mit Erfolg.<br />
Auf ein „Where-do-you-come-from?“ kommt dann ein nüchternes: „Ah, Island. Nice. You‘re welcome!“ Ende.<br />
Auf die Frage, welche Sprache man denn spräche, hilft sehr gut ein dummes Gesicht und hilfloses Schulterzucken.</p>
<p>Und ja, ich habe einen neuen Nick Name: Ali Baba <img src='http://blog.vadimschober.com/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>So nennen sich mich die Kids hier&#8230;</p>
<p>Auf Höhe des andalusischen Viertels quatscht uns dann ein Typ an, der hartnäckiger ist, als all die anderen. Jens mag er wohl besonders. Erst hält er ihn für einen Franzosen. Da Jens nichts Gegenteiliges beisteuert, labert er nun Minuten auf uns ein, obwohl wir beide ihn gekonnt ignorieren. Irgendwann werfe ich nur trocken ein: „No francaise“. Ok, das hat gesessen. Sprachlosigkeit macht sich in seinem Gesicht breit. Wahrscheinlich denkt er gerade, man, was soll die Scheiße, hätte er doch gleich sagen können. Wir grinsen uns einen ab.<br />
Dann das Gleiche in Italienisch, dann auf Englisch.<br />
In seiner feinen weißen Stoffhose, dem samtigen grünen Hemd und der typischen modernen überdimensionierten Sonnenbrille hebt er sich von all den anderen um uns herum ab. Er wirkt wie aus dem Ei gepellt. Aalglatt und zugleich nicht weniger nervig.<br />
Wir lassen ihn stehen und laufen weiter, nur: er läuft uns nach. Nach einigen Haken sind wir ihn los. Wurde auch Zeit!</p>
<p>Weiter oben, hinter der andalusischen Moschee, in welche wir auch nicht hineinkommen, trinken wir in einem Straßencafé unseren ersten Kaffee.<br />
Um uns herum lungern einige Hunde im Schatten der parkenden Autos, um der brütenden Mittagssonne zu entrinnen. Ein vielleicht elfjähriger Knirps, der neben uns sein Fahrrad notdürftig repariert, bietet mir Haschisch an. Ich schlage dankend aus.<br />
Hier scheint die Zeit stillzustehen. Kein Handel um uns herum. Kein Gedränge. Ab und an fährt ein Auto vorbei und durchbricht die Stille und hüllt uns im Dieselgestank. Die Männer im Inneren des Kaffees rauchen Dope. Der Geruch dringt unverkennbar bis nach draußen. Die Ruhe wird nur vom Muezzin durchbrochen, der zum Mittagsgebet ruft.</p>
<p>Zurück in der Medina quatscht uns vor der Universität ein junger Mann mit dem Versprechen an, uns kostenlos auf ein Dach zu führen, von welchem wir einen Blick auf die Dächer der Universität hätten.<br />
Der Weg führt uns durch ein riesiges Lager voller orientalischer Teppiche, die den Raum sowohl auf dem Boden als auch an den Wänden auskleiden. Auf das Dach kommen wir durch eine Treppe, die sich über viele Ebenen eng nach oben windet. Auf dem Dach angekommen, führt nun noch eine kleine Metalltreppe auf ein Podest. Von diesem aus haben wir einen Blick auf die Universität und angrenzende Moschee. Die grünen Dächer sind unverkennbar und bestimmen von hier oben deutlich das ansonsten triste Farbbild der Stadt. Der Rückweg lässt uns noch einen kurzen Blick in das Innere der Moschee erhaschen. Mehr gibt es für uns nicht zu sehen.</p>
<p>Kaum haben wir die Räumlichkeiten verlassen erbittet sich der Typ 20 Dirham. Was für ein elender Scheißtyp, denke ich. Wären wir nicht in einer dunklen Seitengasse herausgekommen, dann hätte ich ihn stehenlassen. So bleibt mir nichts anderes, als Zeit zu schinden. Ich fasse in die Hosentasche und biete ihm 2 Dirham. Er besteht weiterhin in einem nun schon leicht aggressiven Unterton auf seinen fucking 20 Dirham. Monoton wiederholt er, dass er dem Teppichhändler auch Geld geben muss, weil er mit uns durch seinen Laden gelaufen ist. Ich sage, dass das nicht unser Problem ist. Das führt aber zu nichts. Ein Blick zu Jens signalisiert, dass wir aus der Ecke rausmüssen, da sind wir uns einig. Wenn er jetzt zweimal pfeift, dann sind seine Kumpel in der Gasse mit von der Partie. Ich betone weiterhin, dass wir kein Geld hätten. Er lässt nicht locker. Er nervt. Am Ende, um meine Nerven zu schonen, greife in den Rucksack und gebe dem elenden Halsabschneider seine 20 Dirham. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, aber um eine wichtige Erfahrung reicher, sind wir als bald wieder inmitten der Menschenmassen.</p>
<p>Gegen halb sechs Uhr abends erreichen wir die Panorama-Terrassen. Eine Burgruine aus Zeiten von XXX. ( muss ich noch herausfinden ) Der Aufstieg führt entlang einer Stadtmauer. Von hier oben haben wie einen phantastischen Blick auf Fes und die Berge, die die Stadt umgeben. Das Bild ist eindrucksvoll. Die Sonne, die rechts neben uns hinter den Bergen untergeht, zeichnet sich rot am Horizont ab. Die letzten Sonnenstrahlen treffen auf Fes und lassen die komplette Stadt in einem goldroten Licht erscheinen. Das Stadtbild von hier oben wird durch die zahlreichen, hoch aufragenden Moscheen eindrucksvoll dominiert.</p>
<p>Um kurz nach sechs beginnt der Ruf zum Abendgebet. Ein Schauspiel, welches an Gewicht gewinnt, wenn nacheinander, leicht zeitversetzt der Muezzin einer jeden Moschee sein Gebetsaufruf durch einen Lautsprecher absetzt.<br />
Die Geräuschkulisse verdichtet sich zu einer eigenartigen Sinfonie, getragen vom Wind. Hier oben über der Stadt, wo kein Geräusch die Stille durchbricht, ist das ein Erlebnis, was wir wohl nie vergessen werden.</p>
<p>Was für ein Tag !</p>
<p>Vadim</p>
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		<title>Marokko &#8211; Tag 1 &#8211; Anreise</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Oct 2011 22:01:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vadim Schober</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Anreise]]></category>
		<category><![CDATA[Flughafen. Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Lichthupe]]></category>
		<category><![CDATA[Raser]]></category>

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		<description><![CDATA[Abflug ist um 17.05 MEZ ab Frankfurt Hahn. Als Landezeit in Fez ist 19.00 terminiert. Zwei Stunden Zeitverschiebung und ein dreistündiger Flug bringen uns nach Marokko. Ich reise diesmal mit Jens. Einem sehr guten Freund und talentierten Fotografen. Uns beide verbindet eine fast zehnjährige Freundschaft ‒ und die Liebe zur Fotografie. Gegenseitiges Vertrauen und Verantwortung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Abflug ist um 17.05 MEZ ab Frankfurt Hahn. Als Landezeit in Fez ist 19.00 terminiert.</p>
<p>Zwei Stunden Zeitverschiebung und ein dreistündiger Flug bringen uns nach Marokko.</p>
<p>Ich reise diesmal mit Jens. Einem sehr guten Freund und talentierten Fotografen. Uns beide verbindet eine fast zehnjährige Freundschaft ‒ und die Liebe zur Fotografie.<br />
Gegenseitiges Vertrauen und Verantwortung sind somit gesichert.<span id="more-560"></span></p>
<p>Wir treffen uns um 11.30 bei mir in Frankenthal. Überpünktlich. Nach dem Verpacken der Klamotten in meinen 70 l Rucksack geht es los.</p>
<p>Kaum 30 Minuten auf der Fahrt, kommen wir in den ersten Stau.</p>
<p>Anstatt der veranschlagten 80 Minuten Fahrt, sind wir dann doch ganze zweieinhalb Stunden unterwegs. Gut, dass wir früher losgefahren sind. Sonst hätten wir die erste Pleite erlebt.</p>
<p>Weil sie bei der Onlinebuchung das Bezahlsystem des Übergepäcks gut verschleiert haben, müssen wir am Ryanair-Schalter nochmals 20 € berappen. Endlose Minuten später passieren wir die Passkontrolle. Jens passiert, wie zu erwarten, ohne Probleme. Ich dagegen muss mich etwas ins Profil drehen. Warum?<br />
Auf dem Passbild habe ich eine Glatze, aktuell aber längere Haare. Der Mann hinter dem leicht milchigen Glas ist zunächst völlig emotionslos, doch kurz Zeit später meint er trocken: Die Ohren sind unverkennbar. Danke!</p>
<p>Mit 20 Minuten Verspätung sind wir schließlich in der Luft. Die Flugzeit verbringen wir mit Lesen und Quatschen. Wie der Zufall so will, treffe ich im Flugzeug nach Nasser, einen Promotor, den ich von der Arbeit kenne. Von ihm erfahre ich noch den einen oder anderen nützlichen Tipp für unsere Reise.</p>
<p>Nervend ist die Dauerwerbung bei Ryanair. Ständig blökt aus den Bordlautsprechern eine von Anglizismen durchsetze Stimme und wirbt für die Bordprodukte.<br />
Alles wirkt ein wenig wie im Stil vom amerikanischen Fernsehen, wo ständig aller eingängig und monoton nervend bis zu geistige Stillstand wiederholt wird.</p>
<p>Die Message ist klar: dies ist ein Werbeflug. Eine passende Analogie wäre: Reisen mit Ryanair ist wie eine Kaffeefahrt im Bus. Nur ohne eine Möglichkeit zur Flucht. Eingekerkert in den engen Sitzen muss man das Werbegeschwafel über sich ergehen lassen.<br />
Noch zwei Stunden, dann sind wir erlöst. Hunger habe ich auch. Aber bei Preisen von fünf Euro für ein Sandwich hungere ich lieber.</p>
<p>Die Ankunft in Fez dagegen ist eine wahre Freude. Wir landen gerade, als die Sonne sich rot hinter den Bergen versteckt. Der ganze Himmel und die uns umgebende Kulisse sind blutrot getränkt. Was für ein Anblick. Das Flugzeug hebt sich nur noch silhouettenhaft ab, so stark zündelt das helle Licht in den Augen. Die Passkontrolle dauert wieder Ewigkeiten. Wir füllen die nötigen Papiere für die Einreise aus und kommen dabei mit zwei Tschechen und Katharina ins Gespräch.<br />
Es stellt sich heraus, dass wir zwei die Einzigen sind, die schon eine feste Unterkunft haben. Wir planen ein gemeinsam ein Grand-Taxi zu nehmen, um das erste Geld sparen zu können.<br />
Leider stellt sich nach einem Gespräch mit den Taxifahrern heraus, dass sie an ein anderes Ende der Medina müssen, und sich somit besser eigenes Taxi nehmen.</p>
<p>Somit sitzen wir dann Minuten später im eigenen Taxi mit einem Fahrer, der zwar die Adresse kennt, aber sonst kein Wort Englisch spricht. Und wir weder Arabisch noch Französisch. Dank Carsten, einem Arbeitskollegen kann ich wenigstens ein paar Brocken Französisch. Von einer ausgedehnten Unterhaltung im Stile einer Konservation bin ich aber Lichtjahre entfernt. Es ist aber spannend, sich zu unterhalten. Die Fahrt ist ein Thema für sich, über die sich sicherlich eine Diplomarbeit schreiben ließe.</p>
<p>Jens sitzt hinten auf der Rückbank. Ich vorne neben dem Fahrer. Irgendwie muss der Typ Nahtod-Erfahrungen lieben ‒ oder er ist ernsthaft auf sie aus. Anders kann ich mir diesen suizidalen Fahrstil nicht erklären. Im Klartext bedeutet das: Beschleunigen, bevor man in einen Kreisel einfährt. Unser Fahrer drängelt, immer und überall. Schon beinahe krankhaft nutz er Lichthupe. Das ist auf Dauer wenig spaßig. Dichtes Auffahren wird hier schon mal gerne auf Haaresbreite so lange ausgelotet, bis das Fahrzeug vor uns geblendet von der Lichthupe einlenkt und uns den nötigen Platz gewährt. Im Vorbeifahren fühle ich mich dem anderen Fahrer so nah, dass ich meine, seinen Atem spüren zu können.<br />
Heftig wird es aber, als er auf zwei stehende Autos im Kreisel zurast. Hollywoodreif. Die beiden Autos bewegen sich keinen Millimeter. Ich hätte geschätzt, dass dort niemand durchkommt. Die Tachonadel, die schon seit Fahrbeginn auf 60 km/h steht, rührt sich nicht. Ebenso der Drehzahlmesser. Mit ungebremstem Tempo rast unser Fahrer auf die parkenden Fahrzeuge zu.<br />
Ich denke noch, dass war’s. Kein Hupen, kein Warnblinker und erst recht keine Lichthupe lassen die Autos von ihrem Fleck weichen.<br />
Also, sagt sich der Fahrer, wenn, dann richtig. Der rechte Fuß bleibt bleischwer auf dem Gaspedal. Volle Fahrt auf die klaffende Lücke zu. Und er passiert sie. Ich glaube, mit weniger als einer Handbreit Abstand.<br />
Mein Endorphin- und Adrenalinspiegel übersteigt in diesen Sekunden jeden Höchstwert, der je gemessen wurde. Meine Hände sind so nass, dass ich meine, zu ertrinken.</p>
<p>Ok, dass hätten wir gemeistert. Was kommt noch?</p>
<p>Kurz vor dem vereinbarten Haltepunkt Ain Azleten hält auf Höhe eine Ampel noch ein junger Motorradfahrer neben uns und fängt an den Fahrer auf Arabisch vollzutexten.<br />
Wir verstehen natürlich gar nichts.</p>
<p>Wir fahren weiter. Plötzlich ist der Motorradfahrer auf meiner Seite und signalisiert mir, das Fenster zu öffnen. Ok, denke ich. Ich riskiere es. Er fragt, wo wir hinwollen. Ich sage ihm, dass unser Ziel die Pension Sekaya ist.<br />
Er bietet sich an uns zu führen, was wir dann auch annehmen.</p>
<p>Wir bezahlen dem Taxifahrer die vereinbarten 120 Dirham und sind kurz darauf in der Dunkelheit verschwunden.<br />
Unser Weg führt uns hinab in die Medina. Schlagartig werden alle Sinne wach. Mir schlagen Gerüche entgegen, von denen ich glaubte, ich hätte sie nur geträumt oder verdrängt.<br />
Die Häuser werfen dunkle Schatten in die Gassen. Wie hoch sie sind, kann ich nicht sagen, denn sie enden in der Dunkelheit der Nacht.</p>
<p>Jeden Meter hängt eine Glühbirne, in deren Schein sich Handel abzeichnet, den ich nur schemenhaft wahrnehme. Der junge Kerl, der uns führt, mag vielleicht 25 sein. Er gibt sich als Student aus. Er stellt sich als Achmet vor, und wir vertrauen ihm fürs Erste. Seine Englischkenntnisse entsprechen meinen; somit können wir problemlos kommunizieren.</p>
<p>Zielstrebig führt er uns durch ein Labyrinth aus Formen und Farben. Die Eindrücke prasseln auf mich herab wie ein Frühlingsregen. Nur mit dem Unterschied, dass ich mich gestresst fühle.<br />
Ohne wirklich zu wissen, wo wir sind, müssen wir ihm vertrauen. Keine zehn Minuten später hasten wir durch zwei dunkle Gassen, in denen ich eher einen Hinterhalt erwartet hätte.<br />
Weit gefehlt. Sekunden später stehen wir vor der Pension. Ich bin erleichtert. Jetzt erst spüre ich die fast 17 kg auf meinem Rücken. Die Anspannung weicht.</p>
<p>Jens wird es sicherlich nichts anders gehen, denn er trägt die beiden voll beladenen Kamerarücksäcke samt den zwei Stativen. Achmet gibt uns auf Nachfrage seine Handynummer. Wir versichern ihm, dass wir uns melden werden. Kaum ist die Tür zu, sehen wir uns an und beschließen, dass wir ihn nicht brauchen.</p>
<p>Das nenne ich Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten <img src='http://blog.vadimschober.com/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Kaum eingecheckt, sind wir auf dem Zimmer und ergründen unser neues Reich für die nächsten Tage und Nächte. Zwei Betten und ein spärliches Licht lassen dieses Zimmer sehr reduziert erscheinen. Ideal zum Schlafen. Mehr brauchen wir nicht. Ein Bad gibt es auch. Wir sind für das Erste zufrieden und glücklich.</p>
<p>Wir sind gespannt, was uns morgen erwartet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vadim</p>
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		<title>Marokko &#8211; Prolog</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 10:33:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vadim Schober</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Fez]]></category>
		<category><![CDATA[Helen Ranger]]></category>
		<category><![CDATA[PENSION SEKAYA]]></category>
		<category><![CDATA[Riad]]></category>

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		<description><![CDATA[Das letzte Mal war ich im Jahr 2005 in Afrika. Damals im südlichen Afrika. Ganze drei Wochen. Nach Marokko geht es nur sechs Tage. Sechs Tage, die es aber in sich haben werden. Nach vielen Gesprächen und gelesenen Büchern über den afrikanischen Kontinent war klar, dass ich da unbedingt hin muss. Maßgeblichen Anteil an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das letzte Mal war ich im Jahr 2005 in Afrika. Damals im südlichen Afrika. Ganze drei Wochen.</p>
<p>Nach Marokko geht es nur sechs Tage. Sechs Tage, die es aber in sich haben werden.</p>
<p>Nach vielen Gesprächen und gelesenen Büchern über den afrikanischen Kontinent war klar, dass ich da unbedingt hin muss.</p>
<p>Maßgeblichen Anteil an der Entscheidung, nach Marokko zu fliegen, hatten sicherlich zwei engere Freunde aus dem Arbeitsumfeld: Mounir und Thomas. Ihre Bilder und Erzählungen haben mich noch im Traum begleitet.<span id="more-549"></span></p>
<p>Ich wollte einfach mal ein paar Tage weg. Nichts anderes machen als fotografieren. Von morgens bis abends. Dort verweilen, wo ich es gerade schön finde. Gespräche suchen, wenn ich weiß, dass mir niemand im Nacken sitzt und auf die Zeit pocht; die ist immer dein Feind, wenn Du im Urlaub bist.</p>
<p>Ich wollte wieder meine Neugier befriedigen ‒ und meinen Sinn für Abenteuer. Das letzte Mal war das im Jahr 2009, als ich in Ostanatolien auf dem Ararat in 5.164 m Höhe war.</p>
<p>Eigentlich wollte ich <em>allein</em> nach Israel fliegen. Da ich das aber schon seit zwei Jahren versuche, war klar, dass ich das auch dieses Jahr nicht schaffen werde. Warum auch immer.</p>
<p>Also kam mir die Idee, <em>zu zweit</em> zu fahren.</p>
<p>Nur wer kam in Frage? Tim, mit dem ich Mailand unterwegs war, konnte nicht. Sebastian wollte noch mit seiner Freundin Ende des Jahres nach Hong Kong.</p>
<p>Damit fiel die Auswahl schon sehr knapp aus. Denn nicht viele teilen da meine bisweilen speziellen Interessen. Freunde habe ich viele, aber eben wenige, die das im Urlaub machen wollen, was ich so vorhabe. Nicht, dass es was Spezielles wäre. Aber der Anspruch an die Fotografie und das Drumherum ist groß, da will ich auch keine Kompromisse zugunsten eines anderen machen.</p>
<p>Ein Plausch mit Jens ‒ und schnell war er Feuer und Flamme für meine Idee. Somit war also ein Reisepartner gefunden.</p>
<p>Kurze Zeit später wurde der Flug gebucht. Dann war sicher; nichts sollte der Reise mehr im Wege stehen. Einzig eine Pension fehlte noch. Ich habe mehrere angeschrieben, allerdings ohne Erfolg. Es kam nicht mal eine Antwort.</p>
<p>Letztendlich bin ich dann über Helen Ranger fündig geworden. Unter <a href="http://www.fez-riads.com/">http://www.fez-riads.com/</a> betreibt sie eine Vermittlungsagentur.</p>
<p>Die Pension Sekaya in Fez kostet 30 € pro Nacht. Bei zwei Personen sind das gerade 15 € pro Nase, inklusive Frühstück. Perfekt – Gebucht!</p>
<p>Somit hatten wir alles zusammen. Ich hatte einen großen Wanderrucksack mit 70 l Stauvolumen, der sollte reichen.</p>
<p>Ein Mietauto können wir nun auch mieten, denn Jens hat einen dreimonatigen internationalen Führerschein bekommen, nachdem die Behörde schriftlich Probleme mit der Ausstellung einräumen musste.<br />
Somit steht einer Erkundung im <a href="http://www.welt.de/politik/article2273400/Wo-Deutschlands-Drogen-herkommen.html">Rif-Gebirge</a> nichts mehr im Wege.</p>
<p>Wir sind gespannt.</p>
<p>Vadim</p>
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		<title>Panoramatour</title>
		<link>http://blog.vadimschober.com/blog/2010/08/345/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 21:21:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vadim Schober</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hiddensee 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Panoramatour]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div  style="text-align: left;"  class="xmlgmdiv" id="xmlgmdiv_1"><iframe class="xmlgm" id="xmlgm_1" src="http://blog.vadimschober.com/blog/wp-content/plugins/xml-google-maps/xmlgooglemaps_show.php?kmlid=1" style="border: 0px; width: 664px; height: 400px;" name="Google_KML_Maps" frameborder="0"></iframe></div>
<p><a href="http://gallery.vadimschober.com/googlemaps/hiddensee/Panorama-Tour-ab-Vitte.kml">Panoramatour</a></p>
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		<title>Roadtrip Mailand &#8211; Tag 3</title>
		<link>http://blog.vadimschober.com/blog/2010/07/roatrip-mailand-tag-3/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 21:29:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vadim Schober</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roadtrip Milano]]></category>

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		<description><![CDATA[More Pictures ? &#8211;&#62; click &#160; Fahrt durch den Gotthardtunnel Etwas hektisch geht es am frühen Morgen zu. Duschen, frühstücken, Taschen packen, Ausrüstung checken, Check-out, Auto auslösen und die zwei Nächte bezahlen. Und dann die bange Frage: „Kommen wir jemals wieder aus der Stadt raus?“ Gemessen am deutschen Ordnungssinn und Schilderwahn ist Mailand noch ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://gallery.vadimschober.com/blog/milano/pantomine.jpg" rel="lightbox[316]" rel="lightbox"><img class="alignnone" title="Pantomine" src="http://gallery.vadimschober.com/blog/milano/pantomine.jpg" alt="" width="360" height="540" /></a></p>
<p><a href="http://gallery.vadimschober.com/hobby/2010/Milano_2010/Day_3" target="_blank">More Pictures ? &#8211;&gt; click</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fahrt durch den Gotthardtunnel</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/31f4rMnRiaU" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/31f4rMnRiaU" /></object></p>
<p>Etwas hektisch geht es am frühen Morgen zu. Duschen, frühstücken, Taschen packen, Ausrüstung checken, Check-out, Auto auslösen und die zwei Nächte bezahlen.</p>
<p>Und dann die bange Frage: „Kommen wir jemals wieder aus der Stadt raus?“</p>
<p>Gemessen am deutschen Ordnungssinn und Schilderwahn ist Mailand noch ein unbeschriebenes Blatt. Hier zeigen Verkehrsschilder gerne mal in den Himmel, sind gar nicht erst da oder weisen den Weg viel zu spät.</p>
<p>Doch gemessen am Hindernis einer sehr lässigen StVO in Mailand, schaffen wir den Weg durch den Großstadttrubel und sind keine 30 min später auf der Autobahn in Richtung Como.<span id="more-316"></span></p>
<p>Die Strecke ist wenig spektakulär, und so sind wir uns ohne Pause ca 60 Minuten später in Como.</p>
<p>Die Stadt schmiegt sich sanft bis hoch hinauf in die Hänge der Berge, die den Como-See umschließen. Das typisch mediterrane, was ich Mailand ein wenig vermisst habe, finde ich hier im Überfluss. Überall blüht es und die vielen schattigen Plätze laden zum Verweilen ein. Nach einer 40 Minuten andauernden Autofahrt entlang des Sees und gefühlten 100 engen und winkligen Gassen sowie Serpentinen später finden wir uns wieder in der Innenstadt von Como ein.</p>
<p>Leider verbrauchen wir erneut kostbare Zeit mit der Parkplatzsuche. Inzwischen ist es 11.50 Uhr – und wir haben noch immer keine Parkmöglichkeit. Weitere endlose Minuten später finden wir dann endlich ein freies Parkhaus.</p>
<p>Wir hetzen in die Innenstadt und finden die Basilika leider nur noch verschlossen vor.</p>
<p>Schade.</p>
<p>Wir umrunden die Basilika und schlendern durch die Gassen. Einen abschließenden Espresso lassen wir uns nicht entgehen. Dann ist es leider auch schon Zeit für die Abfahrt. Denn die 600 km Heimfahrt sind auch nicht ohne.</p>
<p>Ohne Probleme passieren für die Grenze und sind um kurz nach 20 Uhr in der Heimat.</p>
<p>Schön war&#8217;s <img src='http://blog.vadimschober.com/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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