Marokko – Epilog

 

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Sechs Tage Marokko.
Sechs Tage am Stück die Kamera zur Hand.
Sechs Tage Eindrücke.
Sechs Tage, die sich zu einem Mikrokosmos geformt haben. Landschaften, die in Schönheit und Komplexität kaum vergleichbar sind.
Wilde Taxifahrten, die einem bewusst werden lassen, wie kurz das Leben sein kann.
Gerüche in der Medina, die einem das Erbrechen lehren könnten.
In der nächsten Ecke erwarteten einen dann wieder Formen, Farben und Gerüche, die in Intensität und Dichte mit keinem Markt in Deutschland zu vergleichen sind. Der Duft von orientalischen Gewürzen mischt sich dann auch mal mit Geruch von Fäkalien und Exkrementen. Ein Geruchscocktail, der die Sinne schärft. Read more

Marokko – Tag 6 – Abreise

Da ist er nun, der Tag, von dem wir wussten, dass er kommen würde. Der Tag der Abreise. Der Tag des Abschieds.

Das letzte Frühstück auf dem afrikanischen Kontinent. Im Hinterkopf haben wir noch immer Achmet, den österreichischen Araber, den wir noch kurz auf einen Tee besuchen wollen. Inzwischen kennt man uns schon. Im Umkreis der Pension Sekaya labert man unser weniger an, man lässt uns einfach ziehen. Einzig im Inneren der Geschäfte hofft man nach wie vor, dass wir kaufsüchtige Touristen sind, mit denen sich vielleicht was verdienen lässt. Read more

Marokko – Tag 5 – Chefchaouen, Rif-Gebirge

Jens? Ja!
Bist Du wach? Ja!

Wir beide sind wohl schon länger wach. Ein Blick auf meine Uhr offenbart das, was ich angenommen habe: wir sind viel zu früh wach. Ich meine, ich würde einen Hahn hören, der fern den Morgen einleitet. Wir stehen trotzdem auf und checken nochmals unsere Ausrüstung. Scheint alles zu passen; hoffen wir, dass es so bleibt.

Auf der Terrasse erleben wir dann den Sonnenaufgang. Und was für einen. Die Sonne schiebt sich majestätisch hinter den Bergen hervor und erhellt die noch schlafende Stadt. Es ist völlig still. Kein Vogelgesang, kein Wind, der einem ums Gesicht pfeift, keine nervenden Insekten. Das ganze Schauspiel dauert keine fünf Minuten. Die dunklen Gassen werden mit Licht durchflutet. Die Gebäude reflektieren das Sonnenlicht und erhellen Fes. Ein neuer Tag beginnt. Und zugleich der letzte volle Tag für uns. Die Ohren über Fes, wie man hier auch die Parabolspiegel nennt, zerstören ein wenig die Kulisse. Read more

Marokko – Tag 4 – Meknes, Volubilis, Moulay Idris

Das ging ja gerade noch mal gut. Was zum Teufel ist genau passiert? Meine Anspannung will noch nicht so recht verfliegen. Gerade als wir in die Pension eintreten wollten, drang Kindergeschrei durch die dunklen Gassen. Es war nicht das Geschrei eines einzigen Kindes, vielmehr das einer ganzen Rasselbande. Plötzlich wie aus dem Nichts, steht ein ungefähr zehnjähriger Junge vor uns. Schwarzes Haar, kurze Hose, Gummischlappen und einem aufgeregten Gesichtsausdruck, der uns signalisiert, wir mögen doch bitte warten. Kurze Zeit später sind es dann fünf Jungs. Einer mit einer Platzwunde neben dem rechten Auge, nahe der Nase, auf Höhe der Augenbrauen. Blut quoll aus der 2 cm großen Wunde. Die Atmosphäre ist hektisch und angespannt. Die Jungs beschuldigten mich, ich hätte einem von ihnen, also dem mit der Platzwunde am Kopf, diese Verletzung mit der Kamera zugefügt.
Wie es dazu kam? Read more

Marokko – Tag 3 – Königspalast, Fes el Djedid, Mellah

Die Nacht war kurz. Obwohl, zu kurz war sie eigentlich nicht. Vielmehr habe ich nicht so recht Schlaf finden wollen. Ich war des Öfteren wach. Es ist stockfinster. Ich dachte immer, der finstere Wald wäre das Ideal an Schwärze. Weit gefehlt. Ich taste in völliger Dunkelheit, hilflos wie ein Kind und blind wie ein Maulwurf, die zwei Meter zur Toilette. In Erinnerung an einen gebrochenen Zeh ‒ mit Vorsicht. Nichts ahnend, krache ich dann doch gegen die Badezimmertür. Ein schöner Knall, der mich vollends erwachen lässt. Die Badezimmertür ist nicht geschlossen, sondern in einem Winkel von ca. 45 Grad geöffnet. Und das hat einen Grund. Sie sitzt fest. Natürlich nicht wie festgeleimt, aber doch so fest, dass ein Anheben der Tür mühsam ist und zugleich ein Geräusch von sich gibt, das Tote erweckt. Und ich renne frontal gegen die Tür. Ein kurzer Schmerz wandert vom Kopf bis ins Mark. Stillstand. Dann folgt ein leises Fluchen. Kurz darauf sitze ich im dunklen auf der Toilette. Irgendwie doch spannend. Das Tasten nach dem Spülkasten gelingt sofort. Ein Teilerfolg ‒ denn von Wasserdruck keine Spur. Ist mir in diesem Moment aber völlig egal. Es ist brütend heiß im Zimmer. Ich schlafe dann aber doch wieder zügig ein. Das Einzige, was ich zuvor an Geräuschen ausmache, ist das Schnarchen von Jens. Read more

Marokko Tag 2 – Fès el Bali / el Medina el Qadima

Der erste Morgen in Marokko. Das zweite Mal, dass ich auf dem afrikanischen Kontinent aufwache. Für Jens ist es das erste Mal.

Frühstück auf der Terrasse. An einem Tisch neben uns sitzen zwei Holländer, die ebenso wie wir frühstücken. Wir kommen mit ihnen ins Gespräch und erfahren, dass sie für dreieinhalb Wochen in Marokko bleiben wollen, und gerade auf ihren Mietwagen warten. Der männliche Part spricht gutes Deutsch. Somit reden wir in einem Mix aus Deutsch und Englisch. Er erzählt uns, dass er sich auf einem der vielen Märkte den Magen verdorben hat. Und gibt uns den Rat, genau aufzupassen, wo wir essen. Nur nach welchen Maßstäben sollen wir das beurteilen? Read more

Marokko – Tag 1 – Anreise

Abflug ist um 17.05 MEZ ab Frankfurt Hahn. Als Landezeit in Fez ist 19.00 terminiert.

Zwei Stunden Zeitverschiebung und ein dreistündiger Flug bringen uns nach Marokko.

Ich reise diesmal mit Jens. Einem sehr guten Freund und talentierten Fotografen. Uns beide verbindet eine fast zehnjährige Freundschaft ‒ und die Liebe zur Fotografie.
Gegenseitiges Vertrauen und Verantwortung sind somit gesichert. Read more

Marokko – Prolog

Das letzte Mal war ich im Jahr 2005 in Afrika. Damals im südlichen Afrika. Ganze drei Wochen.

Nach Marokko geht es nur sechs Tage. Sechs Tage, die es aber in sich haben werden.

Nach vielen Gesprächen und gelesenen Büchern über den afrikanischen Kontinent war klar, dass ich da unbedingt hin muss.

Maßgeblichen Anteil an der Entscheidung, nach Marokko zu fliegen, hatten sicherlich zwei engere Freunde aus dem Arbeitsumfeld: Mounir und Thomas. Ihre Bilder und Erzählungen haben mich noch im Traum begleitet. Read more

Panoramatour

Panoramatour

Roadtrip Mailand – Tag 3

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Fahrt durch den Gotthardtunnel

Etwas hektisch geht es am frühen Morgen zu. Duschen, frühstücken, Taschen packen, Ausrüstung checken, Check-out, Auto auslösen und die zwei Nächte bezahlen.

Und dann die bange Frage: „Kommen wir jemals wieder aus der Stadt raus?“

Gemessen am deutschen Ordnungssinn und Schilderwahn ist Mailand noch ein unbeschriebenes Blatt. Hier zeigen Verkehrsschilder gerne mal in den Himmel, sind gar nicht erst da oder weisen den Weg viel zu spät.

Doch gemessen am Hindernis einer sehr lässigen StVO in Mailand, schaffen wir den Weg durch den Großstadttrubel und sind keine 30 min später auf der Autobahn in Richtung Como. Read more